Berg ist vielleicht etwas übertrieben, aber dennoch ist der Collmberg mit seinen immerhin 312m ü. NN der höchste Berg Nordsachsens.

Aussichtsplattform auf dem Alberturm, Collmberg
Aussichtsplattform auf dem Alberturm, Collmberg

Und da ich keine Triangulierung auslassen kann, gehört die Runde auf den Collm zu einem Pflichtbesuch für mich. Man mag es kaum glauben, auch der Anstieg auf den Collmberg brachte mich doch kurz etwas außer Atem. Doch der Reihe nach: Für die Erstbesteigung des Collm meinerseits stehen zwei Runden zur Auswahl. Beide starten am Wanderparkplatz am Calbitzer Weg nahe der Ortschaft Collm.

Aussicht vom Collm
Aussicht vom Collm

Die kleine Runde führt mit 6km Länge zum Silbersee (ohne Schatz) und auf den Collmberg, die große Runde führt optional zum Wüsten Schloss Osterland vor den Toren Oschatz‘. Für passionierte Wanderer sollten die 12 km Gesamtlänge auch kein Problem darstellen. Wer es ganz sportlich mag, nimmt alle 3 Ziele in sein Tagespensum auf und ist mit 16km Strecke sicherlich eine Weile beschäftigt. Ein Routenvorschlag hierfür sieht wie folgt aus:

Vom Wanderparkplatz führt uns der Weg gleich zu Beginn hinauf auf den Collmberg. Dessen Gipfel ist übrigens von einem Ringwall aus dem Mittelalter umgeben. Wahrscheinlich im Zeitraum 900/930 wurde der Ringwall mit einem Durchmesser von 200 Metern auf 100 Meter errichtet. Am westlichen Berghang befinden sich weitere drei Wälle.

Auf dem Collmberg

Albertturm auf dem Collmberg
Albertturm auf dem Collmberg

Oben angekommen erwartet uns mit dem Albertturm ein fackelähnlicher Aussichtsturm der bereits anno 1854 Wandersleute zu Aussichten ringsum einlud. Einer Besteigung können wir uns nicht entziehen und erklimmen den 18m hohen Turm mit viel Elan. Oben angekommen genießen wir den Rundumblick auf den Wermsdorfer Forst, die Dahlener Heide, das Schloss Hartenfels in Torgau sowie das Völkerschlachtdenkmal und das City-Hochhaus in Leipzig. Bei guter Sicht gelingt sogar der Blick auf die Augustusburg, den Lilienstein in der Sächsischen Schweiz und die Landeskrone bei Görlitz.

Kein Wunder also, dass bei dieser grandiosen Rundumsicht der Collmberg als ein Punkt erster Ordnung bei der Mitteleuropäischen Gradmessung galt. Noch heute erinnert ein säulenförmiger Granitpfeiler mit der Aufschrift Königlich-sächsische Station der mitteleuropäischen Gradmessung 1865 an das fortschrittliche Kartennetz Sachsens aus dem 19. Jahrhundert.

Aussicht vom Collm
Aussicht vom Collm

Auch wenn der Weg bis hier her kurz war, so vermissen wir doch einen fliegenden Bierschank, der die Wandersleut‘ 1840 hier oben versorgte. Auch die 1967 abgerissen Berggaststätte vermissen wir etwas. So ziehen wir unterhopfter Dinge von dannen und begeben uns in Richtung Silbersee.

Kein Schatz im Silbersee

Der künstlich angelegte See beinhaltet keinen Schatz (zumindest keinen von dem ich wüsste) sondern trägt seinen Namen von der Färbung bei tiefstehender Sonne. Für eine kleine Rast inmitten des Waldes ist der Silbersee zumindest einen Abstecher wert. Vorbei an der Eselsquelle und der erwähnten Wallanlage führt uns nach kurzer Rast der Weg Richtung der Ortschaft Collm. Wir gehen den Weg „Trift“ entlang bis ins Ortszentrum und durchqueren Collm auf dem Oberweg.

Zum Wüsten Schloss Osterland

Von hier aus gehen Kurzwanderer links in Richtung Parkplatz, Ausdauernde gehen vorbei an der Windmühle in Richtung Flugplatz Oschatz und beobachten womöglich den ein oder anderen Urlaubs Segelflieger beim Start.

Wüstes Schloss Osterland bei Oschatz
Wüstes Schloss Osterland bei Oschatz

Vom Flugplatz sind es nur wenige Meter bis zum Wüsten Schloss Osterland, dessen Besichtigung lohnenswert ist. Durch den Oschatzer Wald, der ein Teil des Wermsdorfer Forsts ist, geht es nach der Besichtigung der Ruine wieder zurück in Richtung Collm und Wanderparkplatz.

Wüstes Schloss Osterland bei Oschatz
Wüstes Schloss Osterland bei Oschatz

Hungrige Wandersleute haben entlang der gesamten Strecke keine Möglichkeit einzukehren und sind auf Selbstversorgung angewiesen.

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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