Wir haben das schöne Wetter genutzt und sind mal wieder eine kleine Runde gegangen. Folgt mir auf der kleinen 8km Tour auf den Pfaffenstein und hinüber zum Quirl.

Von Pfaffendorf zum Nadelöhr

Blick auf den Pfaffenstein
Blick auf den Pfaffenstein

Im kleinen Waldhufendorf Pfaffendorf, dass zur Gemeinde Königstein gehört starten wir unsere heutige kleine Rundtour. Pfaffendorf erreicht man am besten über Königstein. Dort verlässt man den Kreisverkehr auf der elbabgewandten Seite (erste Ausfahrt aus Dresden kommend, zweite Abfahrt aus Bad Schandau kommend) und folgt der Ausschilderung. In Pfaffendorf gibt es mehrere Wanderparkplätze, die insbesondere an Wochenenden stark frequentiert sind. Frühes Kommen sichert die besten Plätze. Wir starten am Pfaffensteinweg und folgen der Ausschilderung in Richtung Pfaffenstein. Als Aufstiegsvariante auf den Pfaffenstein entscheiden wir uns fürs Nadelöhr. Der Aufstieg ist zwar der anstrengendste hinauf auf den Pfaffenstein, dafür aber auch der kürzeste.

Das Nadelöhr verdient sich seinen Namen zumindest im oberen Drittel, wenn der Rucksack ab und an am Felsen schubbert, weil der Durchgang durch das Felsloch doch leicht eng wird. Bis dahin ist der Aufstieg aber recht angenehm und schnell vollzogen. Hier und da wird kurz durchgeschnauft, aber die Stufen bereiten uns nur wenig Mühe. Kurz vor dem Aufstieg sind noch einige Leitern und Stiegen zu erklimmen und dann haben wir den ersten Gipfel binnen 20 Minuten erklommen.

Baumvegetation auf dem Pfaffenstein
Baumvegetation auf dem Pfaffenstein

Auf dem Pfaffenstein

Blick vom nördlichen Pfaffenstein auf Königstein und Lilienstein
Blick vom nördlichen Pfaffenstein auf Königstein und Lilienstein mit Pfaffendorf

Oben angekommen genießen wir zuerst einmal die Aussicht hinunter zu unserem Startpunkt. Zwei fantastische Panoramasichten warten auf uns direkt nach dem Aufstieg, wenn wir linkerhand zum Bundesfels und Einsiedler gehen. Zwei kleine Sprünge über Felsvorsprünge bedarf es, bis wir das Panorama auf den Lilienstein, Pfaffendorf und Königstein genießen. Am nördlichsten Punkt des Pfaffensteins angekommen führt uns nun der Weg mehr oder weniger schnurstracks gen Süden. Den Abstecher zur Goldschmidthöhle lassen wir links liegen genause wie im weiteren Verlauf den Abstecher zum Dom, zur Annenbank und zum Opferkessel rechts. Beide Abstecher sind jedoch lohnenswert. Insbesondere vom Opferkessel und von der Annenbank genießt du weitere schöne Ausblicke auf das Umland.

Gasthaus auf dem Pfaffenstein anno 2016
Gasthaus auf dem Pfaffenstein anno 2016

Im Zentrum des Pfaffensteins angekommen, warten zwei weitere Höhepunkte. Zum einen eine Einkehr im Gasthaus – nach dem kleinen Anstieg eigentlich verdient – und der Aussichtsturm daneben, von dem du einen fabelhaften 360 Grad- Rundumblick genießt.

Alte Stufen auf dem Pfaffenstein
Alte Stufen auf dem Pfaffenstein

Wir setzen unsere Tour nun weiter durch die Hohle Gasse fort. Der Weg wird stellenweise enger und enger und es geht immer mal wieder bergauf und bergab bis wir dann endlich an einem kleinen Plateau angekommen sind. Hier führt uns nun eine kleine Gasse linkerhand zum eigentlichen Highlight des Pfaffensteins. Zur Barbarine. Kaum ein anderer Fels in der Sächsischen Schweiz ist so bekannt, wie die seit 1978 als Naturdenkmal deklarierte Barbarine. Die 42,7 m hohe Felsnadel gilt als ein Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz. Von der Barbarinenaussicht erblicken wir zudem noch weitere Berge der Sächsischen Schweiz wie den Gohrisch, den Papststein und die Zschirnsteine. Auch der Hohe Schneeberg in der Böhmischen Schweiz mit seinem Schneebergturm lässt sich in der Ferne ausmachen.

Die Barbarine
Die Barbarine

Vom Pfaffenstein zum Quirl

Von der Barbarine führt uns der Weg nun wieder zurück durch die Hohe Gasse bis hin zum Bequemen Aufstieg, den wir für unseren Abstieg wählen. Vorbei geht es am Hafersack, dem Kleinen Kuhstahl und der Bellohöhle. Wir folgen dem Bequemen Weg noch ein wenig verlassen diesen aber in Richtung Quirl. Wir gehen den Oberen Kohlweg und die Kirchleitenstraße entlang und gehen weiter rechterhand in Richtung Quirlpromenade. Diese verlassen wir recht bald wieder und gehen über den Kanonenweg hinauf zu unserem nächsten Ziel, den Tafelberg Quirl.

Der Quirl – Wirtschaftsberg der Pfaffendorfer

Blick auf den Quirl
Blick auf den Quirl

Wenn man sich den Berg heute so anschaut, kann man sich gar nicht recht vorstellen, dass bis 1800 hier oben eine landwirtschaftliche Nutzung stattfand. Dicht bewaldet bis zum Gipfelplateau präsentiert sich der Tafelberg heute und offenbart dennoch an zumindest einer Stelle ein grandioses Panorama auf die Sächsische Schweiz. Nach erfolgtem Aufstieg über den Kanonenweg führt rechterhand ein Weg zum Aussichtsplateau. Von diesem hat man einen herrlichen Blick auf die Berglandschaft des Elbsandsteingebirges. Zu erkennen sind neben dem Nachbarberg Pfaffenstein, auf dem wir gerade waren noch jede Menge weitere Gipfel, wie der Gohrisch, die Zschirnsteine, der markante Zirkelstein aber auch der im Böhmischen liegende Hohe Schneeberg. Kontrastreich und farbenfroh geht es zu, wenn im Frühjahr der Raps blüht, so wie in diesem Jahr zu Füßen des Quirls und Pfaffensteins.

Blick vom Quirl
Blick vom Quirl

Nachdem wir den Ausblick genossen haben gehen wir weiter auf dem Plateau durch den Wald und lauschen dem Vogelgezwitzscher. Vom 350m hohen Gipfel bekommen wir nichts mit. Zu unscheinbar ist dieser auf der ebenen Fläche. Wir verlassen den Quirl über zahlreiche Steinstufen und begeben uns über die Quirlpromenade zurück in Richtung Pfaffendorf.

Eine Kiefer auf dem Quirl
Eine Kiefer auf dem Quirl

Dabei halten wir kurz an einer weiteren Besonderheit des Quirls inne. Der Diebskeller ist eine flächenmäßig recht große Schichtfugenhöhle der Sächsischen Schweiz. Früher wurde dem Namen nach bestimmt allerlei Diebesgut versteckt. Sachdienliche Hinweise bitte an die Redaktion. Heute findet man nur Lagerfeuerreste und die ein oder andere Bierdose von tragfaulen Übernachtungsgästen hier.

Vom Quirl nach Pfaffendorf

Auf/Abstieg auf den Quirl
Auf/Abstieg auf den Quirl

Unsere Wanderung beenden wir mit dem gemütlichsten Teil des Weges entlang des Rapsfeldes und vorbei am Sportplatz bis hin zu unserem Ausgangspunkt in Pfaffendorf. Wer mit der Bahn anreist, der kann die Wanderung im Übrigen auch von Königstein aus unternehmen und erklimmt erst den Quirl und dann über den Bequemen Weg den Pfaffenstein. Über das Nadelöhr und die Dreirutenweg und die Kirchleitenstraße führt der Weg dann zurück nach Königstein.

In der nachfolgenden Wanderkarte sind zwei Abstecher auf dem Pfaffenstein eingezeichnet, die wir ausgelassen haben.

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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