Auf in die Dittersbacher Felsenwelt! Eine beeindruckende Runde in der Böhmischen Schweiz

Auf in die Dittersbacher Felsenwelt! Eine beeindruckende Runde in der Böhmischen Schweiz

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Toureninfo zu: Auf in die Dittersbacher Felsenwelt! Eine beeindruckende Runde in der Böhmischen Schweiz

Der Mai zeigte sich von einer leicht aprilhaften Wetterseite – dennoch war die Wanderung durch die Dittersbacher Felsenwelt eine mehr als gelungene Familienrunde.

Jetřichovice – das kleine Umgebindedorf als Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen

Jetřichovice, das frühere Dittersbach, ist so ein Ort, der auf den ersten Blick angenehm unspektakulär wirkt – und gerade deshalb sofort ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen ist. Das kleine Dorf in der Böhmischen Schweiz liegt nordöstlich von Děčín nahe der deutschen Grenze, wurde 1387 erstmals erwähnt und besitzt neben seiner langen Geschichte auch einige erhaltene Umgebindehäuser sowie die barocke Kirche im Ortskern. Als Wanderort ist Jetřichovice seit langem etabliert; von hier aus starten Touren zu Mariina skála, Wilhelminenwand, Rudolfstein und zur Felsenburg Falkenstein.

Auch praktisch ist der Einstieg unkompliziert. In Jetřichovice gibt es gebührenpflichtige Parkmöglichkeiten in der Ortsmitte unterhalb der Kirche, außerdem wird der Ort in Tourenbeschreibungen ausdrücklich als klassischer Startpunkt dieser Felsenrunde genannt. So beginnt der Tag ohne langes Suchen – und schon nach wenigen Schritten lässt man das Dorf hinter sich und taucht in die Felsenwelt ein.

Mariina Skala – der Aussichtspavillon von Jetřichovice

Der erste Höhepunkt ist die Mariina skála, der Marienfels. Der Aussichtsfelsen ist 428 Meter hoch, gehört zu den bekanntesten Aussichtspunkten der Böhmischen Schweiz und erhielt seinen Namen im 19. Jahrhundert nach Fürstin Marie Kinsky. Bereits 1856 ließ das Haus Kinsky hier oben einen hölzernen Aussichtspavillon errichten, der einst sogar als Brandwache diente; nach Schäden und Sperrung wurde die heutige Metall-Holz-Konstruktion 2021 per Hubschrauber auf den Fels gebracht. Wenn man dort oben steht, öffnet sich die Landschaft mit ihren bewaldeten Kuppen und Felstürmen in einer Weise, die sofort klarmacht, warum dieser Ort seit Generationen Menschen anzieht.

Zur schönen Aussicht auf die Wilhelminenwand

Von dort führt die Runde weiter zur Wilhelminenwand. Die Wege in diesem Gebiet wechseln zwischen Waldpfaden, breiteren Schotterwegen und den typischen Steiganlagen an den Aussichtsfelsen; festes Schuhwerk ist deshalb keine schlechte Idee, auch wenn die Runde als Familienwanderung gut machbar bleibt, solange man auf den ausgesetzten Passagen aufmerksam bleibt. Gerade zwischen den Aussichtspunkten liegt der Reiz aber nicht nur in der Fernsicht, sondern auch in den stilleren Abschnitten dazwischen – in den Buchenwäldern, auf den federnden Wegen und in den kurzen Momenten, in denen plötzlich wieder ein Felsfenster zwischen den Bäumen aufgeht.

Hoch hinauf auf den spektakulären Rudolfstein

Am Rudolfstein wird es dann wieder spektakulär. Der Aussichtspunkt wurde 1824 nach Rudolf Fürst Kinsky benannt; zuvor trug der Berg die Namen Ostroh oder Hoher Stein, und ebenfalls 1824 wurde der Felsen erstmals touristisch erschlossen und mit einer Hütte versehen. Besonders markant ist der Aufstieg über rund 170 hölzerne beziehungsweise steinerne Stufen und Leitern – ein Abschnitt, der den Kindern meist genauso in Erinnerung bleibt wie den Erwachsenen. Und dann war da noch dieser Wind: oben so kräftig, dass es mir prompt die Dachmütze vom Kopf wehte – einer dieser kleinen Wander-Momente, über die man sich kurz ärgert und kurz darauf drüber schmunzeln muss.

Einkehr im Ortsteil Na Tokani

Nach so viel Aussicht passt die Balzhütte wunderbar als Zwischenziel. Der Ortsteil Na Tokáni gehört zu Jetřichovice und ist historisch als Balzhütte bekannt. Heute erinnert der Name an ein traditionsreiches Ausflugsziel; anstelle der früheren Hütte gibt es ein Stück weiter eine kleine Einkehr, die gerade nach einer längeren Waldpassage wie gerufen kommt – mit Bier, Kofola, Himbeerbrause und sogar einem Trinkwasserhahn zum Auffüllen, also genau der Art von unkompliziertem Wanderluxus, die man unterwegs schätzt.

Zur Felsenburg Falkenštejn

Anschließend geht es weiter zur Felsenburg Falkenštejn. Die Anlage geht auf eine Wachburg aus dem 13. Jahrhundert zurück, die zum Schutz des alten Böhmer Weges angelegt wurde, 1444 in der Wartenberger Fehde eine Rolle spielte und nach 1457 aufgegeben wurde. Weil die Burg wohl weitgehend aus Holz bestand und die natürlichen Felswände einbezog, sind heute nur noch wenige Spuren wie Felseinlassungen und ein tiefer Brunnen erhalten. Gerade das macht den Ort aber reizvoll: weniger vollständige Burg als vielmehr ein Stück Felsgeschichte mit Aussicht – und mit Blicken hinüber zum Rabenstein, wo die Landschaft auch von den Erinnerungen an vergangene Waldbrände geprägt ist.

Zurück zum Anfang – Abschließende Einkehr in Jetřichovice

Zum Schluss führt die Runde hinunter nach Dittersbach zurück. Dort wirkt die Einkehr nach den vielen Aussichtsfelsen fast wie ein sanfter Ausklang: erst noch einmal tief durchatmen, dann etwas essen, die Beine ausruhen und im Kopf die Stationen des Tages sortieren. Trotz des leicht launischen Maiwetters war diese Wanderung damit eine rundum gelungene Familienrunde – mit Geschichte, grandiosen Aussichten, kleinen Abenteuern und genau der richtigen Mischung aus Bewegung und Genuss.

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Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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