Die Raubschlosstour führt uns beginnend an der Neumannmühle über einige Auf- und Abstiege zum Lorenzstein, zum Hinteren Raubschloss und zum Ottendorfer Raubschloss.Eigentlich sollte diese Runde in ihrer ursprünglichen Planung entgegen der hier vorgestellten Richtung verlaufen und in ein Boofen am Lorenzstein münden. Das war uns zwar trotz des verhaltensgestörten Fuches nicht zu gefährlich, dennoch haben wir wetterbedingt aufs Boofen verzichtet. Und das vollkommen zurecht. Denn kaum waren wir mit unser nachmittäglichen Wanderung fertig, begann es in Strömen zu regnen.

Wohlwissend, dass uns solch eine Regenfront erwartet, sind wir mit etwas leichterem Gepäck losgewandert und sind die Runde mit ihren 5 mehr oder weniger anstrengenden Anstiegen in umgekehrter Richtung absolviert.

Von der Neumannmühle zum Kleinen Lorenzstein

Blick vom Kleinen Lorenzstein
Blick vom Kleinen Lorenzstein

Wir parken unser Auto auf dem Wanderparkplatz an der Neumannmühle, gehen kurz die Zschandstraße entlang und biegen rechterhand nach 100-150m in die Spitzsteinschlüchte ein. Diese gehen wir nun hinauf und absolvieren aus der kalten Hand heraus gleich einmal den ersten etwas knackigeren Anstieg bis zum Lorenzweg. Dort angekommen biegen wir rechts ab und laufen den Wirtschaftsweg 100 Meter entlang um gleich wieder links abzubiegen und einen weiteren Aufstieg hinter uns zu lassen. Über Holzstiegen und Felsstufen geht es hinauf zum bei Kletterern beliebten Kleinen Lorenzstein. Wir wollen nicht klettern und genießen hier oben nur kurz die herrliche Fernsicht auf die Hintere Sächsische Schweiz. Ein Ort, wie gemacht zum Boofen. Die Ostterrasse ist besonders am Wochenende sehr beliebt bei Kletterfreunden. Gut und gerne 15 Schlafsäcke liegen hier ausgebreitet herum, während sich ebenso viele Kletterer an die Erklimmung des Gipfels machen.

Blick von der Boofe am Lorenzstein
Blick von der Boofe am Lorenzstein

Nach einer kurze Pause gehen wir wieder den gleichen Weg zwischen Kleinen und Großem Lorenzstein zurück zum Lorenzweg und dort angekommen wieder rechts in Richtung Spitzsteinschlüchte (vorbei).

Von den Lorenzsteinen zum Hinteren Raubschloss

Die Bärfangwände
Die Bärfangwände

Wir folgen dem Lorenzweg, der in die Knorre übergeht und die Zeughausstraße kreuzt. Der Weg hin zum Hinteren Raubschloss ist gut ausgeschildert. Wir biegen rechts in die Raubsteiner Schlüchte ab und blicken auf die Bärfangwände und die Pechwandspitze. Nachdem wir abermals rechts abgebogen sind, steht kurze Zeit später der nächste Anstieg auf dem Programm. Einen, den ich bisher noch nie absolvierte. Zwar war ich schon einmal hier, ging aber aufgrund einer großen tschechischen Reisegruppe, die sich hier hochquetschte, nicht hinauf aufs Raubschloss.

Das Hintere Raubschloss auf dem Winterstein

Blick vom Winterstein
Blick vom Winterstein
Hinauf aufs Hintere Raubschloss
Hinauf aufs Hintere Raubschloss

Nun also sollte ich endlich mal die Gelegenheit haben, die Felsenburg auf dem Winterstein zu besteigen und zu besichtigen. Der Anstieg führt über Felsentreppen, Metallleitern, kleinen Stiegen und abermals Felsentreppen hinauf auf das 389m hohe, einzeln stehende und langgestreckte Felsmassiv. Eine Lage, wie gemacht für eine kleine Burganlage zur Beobachtung der Umgebung. Die Burganlage selbst gilt als die größte und älteste Anlage ihrer Art in der Hinteren Sächsischen Schweiz. Zahlreiche Reste wie Balkenfalze, ausgehauene Treppenstufen und die Zisterne sind deutlich erkennbar.

Rückstände der Felsenburg auf dem Hinteren Raubschloss
Rückstände der Felsenburg auf dem Hinteren Raubschloss
Felsentreppe am Hinteren Raubschloss
Felsentreppe am Hinteren Raubschloss

Noch mehr als die Rückstände der Felsenburg zu begutachten, genießen wir allerdings die Fernsichten auf die Hintere Sächsische Schweiz, auf Ottendorf sowie die Bärfangwände. Nach kurzer Pause heißt es abermals bergab zu gehen. Also klettern und steigen wir hinab durch die Klufthöhle und begeben uns wieder in die Raubsteiner Schlüchte in die gleiche Richtung aus der wir gekommen sind.

Panorama vom Hinteren Raubschloss
Panorama vom Hinteren Raubschloss

Vom Hinteren Raubschloss zum Ottendorfer Raubschloss

Wir gehen nun auf die Zeughausstraße und wandern in Richtung Zeughaus. Kurz vor Feierabend gegen 18 Uhr treffen wir für eine isotonische Hopfenstärkung im Zeughaus ein, damit der nächste Anstieg etwas leichter vonstatten geht. Dieser ist mit 60 Höhenmetern Unterschied aber auch einer der geringeren an diesem Tage. Wir folgen der Ausschilderung in Richtung Teichstein, den wir vom Zeughaus schon sehen konnten. Einen Aufstieg zum Teichsteinwächter haben wir mangels Zeit (wir wollten vor Einbruch der Dunkelheit wieder in der Neumannmühle sein) und mangels Kondition der Mitwanderer bleiben lassen. Stattdessen folgen wir den Dreisteigenstieg hinab und queren nach vielen verlorenen Höhenmetern die Kirnitzsch über eine kleine Brücke. Entlang der Kirnitzsch geht es flussabwärts nun wieder zurück in Richtung Kirnitzschtalstraße. Diese folgen wir nur kurz für ca. 100-150m und wählen dann einen etwas unscheinbaren Aufstieg.

Die Kirnitzsch
Die Kirnitzsch

Dieser war in unserer Karte eingezeichnet, führt aber keine offizielle Markierung mit sich. Als Weg ist er aber noch erkennbar, der Anfangs im Zick-Zack und dann gerade aus hinauf zum Verbindungsweg von Kleinstein und Arnstein führt. Oberhalb des Kirnitzschtals führt dieser Weg nun zum einen rechterhand in Richtung Kleinstein und Kleinsteinhöhle und links in Richtung Arnstein. Nachdem wir also den dritten größeren Anstieg absolviert haben geht es nun recht eben zu unserem letzten Zwischenziel.

Vorbei am markanten Felsen names Grünling folgen wir nun dem Weg bis dieser abermals etwas unscheinbar rechts abzweigt und uns zum weiß-gelb-weiß gestreiften Weg in Richtung Ottendorfer Raubschloss führt. Und zwar nicht hinauf, sondern erstmal wieder bergab. Sonst wäre der Arnstein kein Fels der Sächsischen Schweiz. Um als solcher anerkannt zu werden, muss es freilich erstmal bergab gehen. Auch wenn das meinen beiden schnaufenden und mich mit unaussprechbaren Flüchen belegenden Wanderskollegen nicht hören wollen. Aber Motivator wie ich bin, künde ich den beiden davon, dass dies der letzte Anstieg für heute sei. Die Aussicht, es danach geschafft zu haben und ein Gipfelbier zu trinken motiviert nun auch Marco nochmal durchzuhalten.

Das Ottendorfer Raubschloss auf dem Arnstein

Blick vom Arnstein
Blick vom Arnstein

Also sind wir umso motivierter oben, haben uns schnell durch den engen Spalt beim Aufstieg gequetscht, die Arnsteinhöhle links liegen gelassen und die Aussicht auf dem Ottendorfer Raubschloss genossen. Und diese ist fantastisch von hier oben. Auch wenn ich nicht so einen schönen Sonnenuntergang, wie bei meinem ersten Besuch erleben durfte, raubt einem die Aussicht hier oben immer wieder den Atem. Und dieser ist das einzige, was einem heutzutage noch hier oben auf dem Raubschloss geraubt wird. Auf 327m angekommen können wir hier oben und auf dem Weg hier hoch noch zahlreiche Reste der ehemaligen Felsenburg bestaunen.

Unwetter kommt
Unwetter kommt

Neben Balkenlager, Steintreppen, einem Burgverlies, Felsklammern und einem Balkenlager für den ehemaligen Burgfried finden wir hier oben noch eine Zisterne sowie eine Höhle mit Bearbeitungsspuren und Felszeichnungen.

Auf dem Ottendorfer Raubschloss
Auf dem Ottendorfer Raubschloss

Zurück zur Neumannmühle

In der Dämmerung gehen wir nun wieder hinab und wandern die letzten Meter hinab zur Buschmühle. Der knapp viertelstündliche Abstieg endet wieder im Kirnitzschtal an der Kirnitzschtalstraße, die wir nun die letzten Meter hin bis zum Wanderparkplatz gehen. Hier kurz nach 20 Uhr angekommen, kehren wir in der noch geöffneten Neumannmühle ein. Kaum sitzen wir unter Schirmen im Biergarten der Mühle beginnt es in Strömen zu regnen. Mit etwas Mitleid mit den Boofern auf dem Kleinen Lorenzstein und den zwei boofenden Frauen auf dem Arnstein genießen wir die leckere Küche der Neumannmühle und sind froh, heute nicht im Kalten und Nassen übernachten zu müssen. Unser Mini-Abenteuer Boofen sollten wir schon kurze Zeit später nachholen.

Die Wegstrecke der knapp 11km langen und mit 401 Höhenmetern ausdauernde Wanderung samt Höhenprofil findest du wie immer hier:

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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