Silberfunde im 12. Jahrhundert beförderten die Stadt im Erzgebirge zu ungeahntem Reichtum. Von diesem zeugen heute noch zahlreiche Häuser und Denkmäler der Stadt. Besonders in der Altstadt, deren Grundriss seit dem 13. Jahrhundert unverändert ist, gibt es allerhand zu entdecken. Jedenfalls genügend, um ein Wochenende im Erzgebirge zu verbringen.

Viele Wege führen nach Freiberg – Die Anreise in die Silberstadt

Reist man aus Richtung Norden und Westen an, wählt man die Autobahnabfahrt Hainichen oder Siebenlehn. Wählt man die Ausfahrt Hainichen durchquert man die mittelsächsische Kleinstadt und fährt über eine Landstraße durch Bräunsdorf bis nach Freiberg. Weithin sichtbar ist der Wasserturm in Bräunsdorf, der aufgrund seines auffälligen Aussehens die Blicke auf sich zieht. Etwas schneller geht es sicherlich über die B101 von Siebenlehn aus. Aus Richtung Dresden hat man zudem die Möglichkeit durch den Tharandter Wald oder die B173 nach Freiberg zu fahren. Die südliche Anreise erfolgt ebenfalls über die B101. Aus dem Erzgebirge erreicht man die Silberstadt ebenfalls über die B173, die Teil der Silberstraße von Zwickau nach Dresden ist.

Der Freitag in Freiberg – Kulturelles und Kulinarisches

Speis- und Schankwirtschaft St. Nicolai
Schank- und Speisewirtschaft St. Nicolai

Der Freitag in Freiberg bietet sich für ein klein wenig Kultur an. Wie wäre es mit einem Besuch im etwas anderen Museum. Dem Betten- und Schlafmuseum. Werft einen Blick zurück in die lange Geschichte des Schlafs und Schlafmöglichkeiten früherer Tage. Traumdeutung und Schlafprobleme finden im Museum auch ihren Platz. Der Eintritt in das Museum ist kostenfrei. Ein Besuch im Stadttheater am Abend ist ebenfalls empfehlenswert. Ist es doch das älteste ursprünglich erhaltene und kontinuierlich von einem städtischen Theaterensemble bespielte Theater der Welt. Stärken kann man sich in einem der zahlreichen Restaurants der Stadt. Ganz in der Nähe des Theaters befindet sich die urig gemütliche Restaurant Schank- und Speisewirtschaft „St. Nicolai“ in der Kesselgasse.

Ein Stadtrundgang durch die Silberstadt Freiberg

Stadtbild von Freiberg
Stadtbild von Freiberg

Den Samstag nutzt man am besten für einen ausgiebigen Stadtrundgang durch die Altstadt mit seiner verkehrsberuhigten Zone, den vielen Sehenswürdigkeiten, Denkmälern, Kirchen und zahlreichen kleinen Geschäften und Boutiquen, die zum Bummel einladen. Zahlreiche Cafés sorgen für die notwendige Erholung zwischendurch, in denen man das emsige Treiben in der Fussgängerzone beobachten und auf sich wirken lassen kann.

Beginnen wir unseren Rundgang am Obermarkt, im Zentrum der Stadt. Von hier aus bieten sich zahlreiche Rundgänge an. Am Obermarkt selbst ist das Rathaus auffälligstes Gebäude am Platz. Doch auch der Ratskeller und die zahlreichen Wohnhäuser geben ein stimmiges Gesamtbild. Der Brunnen in der Mitte des Platzes ist eine weitere Sehenswürdigkeit auf dem Obermarkt.

Vom Obermarkt führt uns der Weg vorbei an der Bergakademie zum Schloss Freudenstein, dass wir morgen in aller Ausgiebigkeit besichtigen. Auf dem Platz vor dem Schloss befindet sich ein schönes Stadtprofil aus Metall mit allen weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt. Hier kann man sich einen groben Überblick über den weiteren Wegverlauf verschaffen, der uns nun Richtung Dom führt.

Highlight: Freiberger Dom mit Silbermann-Orgel

Freiberger Dom mit Stadtmuseum
Freiberger Dom mit Stadtmuseum

Den Freiberger Dom sollte man gesehen haben. Prachtvoll steht er am Untermarkt und beheimatet eine berühmte Silbermannorgel. Eine Führung durch den Dom kann im gegenüberliegenden Gebäude nahe des Stadtmuseums gebucht werden. Besondere Aufmerksamkeit erregte das Buchantiquariat in der Kirchgasse. Vom Central Lokal am unteren Ende des Untermarkts kann man den Dom während des Mittagessens in seiner ganzen Pracht bewundern.

Biergarten vom Pfeffersack
Biergarten vom Pfeffersack

Wer es historisch rustikal mag, sollte sich in die historische Gaststätte Pfeffersack begeben. In äußerst urigem Ambiente kann man sehr gut essen. Im Sommer kann man sich auch in den Biergarten setzen.

Nach dem Essen gehen wir hinunter zum Meißner Ring und biegen an der Kursächsischsen Postmeilensäule nach rechts ab um entlang der Stadtmauern am Lazarett-Turm bis zum Donatsturm zu gehen. Die starken Stadtmauern müssen in früheren Zeiten ein unüberwindbares Hindernis für Angreifer gewesen sein.

Freiberg von oben – Aussichten von der Petrikirche

Donatsturm in Freiberg
Donatsturm in Freiberg

Vom Donatsturm aus führt uns der Stadtrundgang über die Donatsgasse und Kesselgasse wieder zurück in die Altstadt. Wir kreuzen erneut den Obermarkt und gehen zur Petrikirche. Die markante Kirche mit ihren beiden Türmen bietet uns die Möglichkeit auf einen Turm hinaufzugehen und das Stadtpanorama zu genießen.

Nach erfolgtem Auf- und Abstieg kann man sich in einem der zahlreichen Cafés eine Verschnaufpause können.

Positiv ins Auge gefallen sind mir hier die Konditorei Hartmann mit ihrer auffälligen Schaufensterdeko und den gefühlt zwanzig Marco-Polo-Aufklebern an der Eingangstür sowie die Kaffeerösterei Momo. Hier kann man exotische Kaffees und Trinkschokolade aus nachhaltigem, biologischen Anbau und frisch Gebackenes genießen.

Ein kleiner Spaziergang durch den Stadtpark ist unser nächstes Ziel. Nach all den historischen Bauten, Boutiquen und Lädchen ist etwas Natur ganz schön.

Den Abend lassen wir dann in einem der zahlreichen Restaurants und Bars ausklingen.

Ein Tag Bergbaugeschichte – Einblicke in den Bergbau der Silberstadt Freiberg

Schloss Freudenstein
Schloss Freudenstein

Der Sonntag steht dann ganz im Sinne des Bergbaus. Kaum eine andere Stadt im Erzgebirge erzählt so sehr vom Silberbau wie Freiberg. Beginnen wir unseren „Bergbautag“ im Schloss Freudenstein mit der international bekannten Ausstellung „terra mineralia“. Die 2008 eröffnete Ausstellung ist mit über 80.000 Exponaten die größte Mineralienausstellung der Welt. Nach der Ausstellung schauen wir uns noch ein wenig in der Bergbaugeschichte Freibergs um. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man ins Stadt- und Bergbaumuseum gehen. Eine weitere Möglichkeit, zumindest ab Ende 2014, ist das Lehr- und Besucherbergwerk Himmelfahrt Fundgrube mit Abrahamschacht, Davidschacht, Turmhofschacht, Alte Elisabeth und Reiche Zeche. Das einzige Lehrbergwerk der Welt wird gerade umfangreich saniert.

Das „unterirdische Freiberg“ erstreckt sich übrigens auf einem Gebiet von 30 Quadratkilometern unter der Silberstadt. Das komplette Streckennetz der Schächte hat eine Länge von ca. 2.000 km. Damit zählt es zu einem der größten Silberbergbaugebiete Europas, in dem ca. 8.000 Tonnen wertvolles Silber aus dem Boden geholt wurden. Dimensionen die wahrlich beeindrucken.

Mit dem Rad durch die Bergbauregion

Wer die Bergbaugeschichte oberirdisch erkunden möchte, dem seien Fahrradtouren in der Region empfohlen. So kann man zum Beispiel auf einer Tour nach Brand-Erbisdorf vom Wasserturm in Freiberg aus zahlreiche Spuren der sächsischen Bergbaugeschichte hautnah erleben. Ob alte Mundlöcher von Stollen, dem „Drei-Brüder-Schacht“, Kunstgräben oder dem Erzenglerteich, Spuren des Bergbaus sind heute noch allgegenwärtig. Auch Wanderungen zur Himmelfahrt-Fundgrube oder entlang des Saxonia-Muldenhütten-Wegs sind Möglichkeiten, die Bergbaugeschichte der Silberstadt Freiberg zu erkunden. Touren entlang der Freiberger Mulde zeugen ebenfalls vom Bergbau in der Region. Viele der ehemaligen Bergbauhalden sind heute mit Wald bestockt und wertvolle Biotope.

Fazit

Ein Wochenende in Freiberg bietet allerhand. Durch die Bergakademie ist allerhand los, dennoch hat man zu keiner Zeit das Gefühl das alles überlaufen ist. Die Kneipen- und Restaurantszene ist vielseitig. Moderne junge Küche wechselt mit traditionellem, urig-romantischem ab. Cafés und Weinbars laden zum Verweilen ein. Kleine Läden und Boutiquen säumen die Innenstadt. Historische Gebäude und die allgegenwärtige Bergbaugeschichte komplettieren das Bild. Die schöne Natur um die Stadt herum sorgt für den nötigen Ausgleich. Was findet ihr an Freiberg schön? Was sollte man noch gesehen haben?

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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