Die Reise zum Mittelpunkt der Sachsen

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Inhaltsverzeichnis

Sachsen hat in seiner bewegten Geschichte mehrere geographische Veränderungen erfahren. Folglich gab es auch mehrere Orte, die sich ganz in der Mitte von Sachsen befanden. Und auch heute noch gibt es mehrere verschiedene Mittelpunkte in Sachsen. Zusätzlich konkurieren noch zwei weitere Orte um einen ganz besonderen Mittelpunkt.

Der Geografische Mittelpunkt Sachsens an der Diebeskammer im Tharandter Wald

Der geographische Mittelpunkt Sachsens im Tharandter Wald
Der geographische Mittelpunkt Sachsens im Tharandter Wald

Man nehme die östlichste und westlichste Koordinate Sachsens, bilde deren Mittelwert und verfahre mit dem nördlichsten und südlichsten Punkt genauso. Heraus kommt der geografische Mittelpunkt Sachsens im Kurort Hartha in der Gemarkung Grillenburg. Dieser befindet sich im Tharandter Wald unweit der Diebeskammer, einer imposanten Felsnase aus Porphyr. Der Eingang zur Höhle wurde vor 100 Jahren verschüttet. An diesem Fels befindet sich eine Granitstele, die auf den geografischen Mittelpunkt Sachsens hinweist. Da der eigentliche Mittelpunkt 250m weiter östlich unzugänglich im Wald liegt, wurde die Stele hier am touristisch umfangreich erschlossenen Punkt aufgestellt. Mehrere Wege führen hier her. Zum einen kann man vom Freibad Naundorf und dessen Besucherparkplatz den Mittelpunkt ansteueren, oder man läuft in Colmnitz oder Klingenberg los.

Der physikalische Schwerpunkt von Sachsen in Deutschenbora

Der physikalische Schwerpunkt Sachsens in Nossen
Der physikalische Schwerpunkt Sachsens in Nossen

Das kleine Örtchen Deutschenbora, dass zu Nossen gehört, beheimatet den physikalischen Schwerpunkt Sachsen. Zur Ermittlung dieses Punktes wurden 60.000! geografische Punkte der sächsischen Landesgrenze hinzugezogen und berechnet. Eine metallene Skulptur im Hirschfelder Weg weist auf den Schwerpunkt Sachsens unweit der Autobahn A4 hin. Auf dem Weg ist eine Vermessungsmarke, die den Mittelpunkt darstellt. Fingerspitzengefühl ist gefragt, wöllte man Sachsen wirklich auf einer Nadel platzieren und darauf austarieren.

Der Kreismittelpunkt Sachsens in Altzella

Kloster Altzella
Kloster Altzella

Macht man sich die Mühe und platziert einen Kreis innerhalb der Grenzen des Freistaats und zieht diesen so groß, dass er an die Grenzen des Freistaats gelangt so erhält man den Kreismittelpunkt. Dieser befindet sich südlich von Marbach am Westrand des Zellwaldes. Ganz in der Nähe befindet sich mit dem Kloster Altzella eine Sehenswürdigkeit, die in den Sommermonaten besichtigt werden kann.

Historischer geografischer Mittelpunkt Sachsens

Talsperre Lichtenberg
Talsperre Lichtenberg

Sachsens alte Landesgrenzen im Zeitraum 1815-1945 waren andere, so dass sich der geografische Mittelpunkt Sachsens in Lichtenberg/Erzgeb. bei Mulda im Landkreis Mittelsachsen befand. Ganz in der Nähe befindet sich die Trinkwassertalsperre Lichtenberg als Erholungsort für Wanderungen und Spaziergänge.

Historischer physikalischer Schwerpunkt von Sachsen

Bräunsdorf in der Gemeinde Oberschöna im Landkreis Mittelsachsen, am Nordrand des Erzgebirges, im Tal der Großen Striegis beheimatet den physikalischen Schwerpunkt des historischen Sachsens in den Landesgrenzen 1815 – 1945

Wenn Sachsens Mittelpunkte nicht reichen – Orte am Mittelpunkt der Erde

In Bernstadt auf dem Eigen bei Görlitz befindet sich auf dem Marktplatz der Erdachsenbrunnen. Den Studenten des Löbauer Königlich-Sächsischen Lehrerseminars ist es zu verdanken, dass die in den 1870er Jahren errichtete Brunnensäule seit den 1880er Jahren als „Erdachse“ bezeichnet wird. Seit dem wird dieser Brunnen auch als Schmierstelle der Erdachse.

Pausa – die Erdachsendeckelscharnierschmiernippel-Kommission und ihre hohen Würden

Es muss wohl um die 1850er Jahre gewesen sein als man feststellte, dass Pausa im Mittelpunkt des damaligen Vogtlandes liegt. Sicherlich kommt etwas Größenwahn hinzu, das Vogtland als Mittelpunkt der Erde zu setzen, aber konsequenterweise hält man seit diesen Jahren an der Überzeugung fest, in Pausa ist der Mittelpunkt der Erde. Die gegründete Erdachsendeckelscharnierschmiernippel-Kommission zu Pausa überwacht die Schmierung der Erdachse im Rathauskeller. Der heutige Mittelpunkt veränderte sich zwar im Laufe der Jahre vom Markt über Wirtshäuser hin zum Rathaus, aber der Idealismus ist stehts der gleiche geblieben. Eine 3 Meter große und 1,2 Tonnen schwere, beleuchtete Weltkugel auf dem Rathausdach, die entgegen des Uhrzeigersinns rotiert ist Wahrzeichen des Ortes.

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Matthias

Matthias

Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

2 Kommentare

  1. Den 2. offiziellen geografischen Mittelpunkt von Sachsen gibt es nun 10 Jahre, eingeweiht am 23.08.2010 östlich Nossen in Deutschenbora. Heinz Wicher aus Torgau/Elbe hatte stets den 1. Mittelpunkt in Tharandter Wald bei Naundorf, der 1990 auch nach Meinung von Fachleuten bis heute nach dem einfachsten Verfahren, der Verbindung „von 4 äußersten Grenzpunkten“ auf der Landkarte Sachsens zu einem Rechteck und danach dessen Mittelung mit dem nun wandernden Mittelpunkt bei Drehung der Karte festgelegt worden war, bemängelt. Wicher ermittelte am 14.09.2007 in Torgau nach den Lehrsätzen von Archimedes den Mittelpunkt des Freistaates mit der Nadelspitze unter der unregelmäßigen Fläche auf Pappe. Sein Ergebnis- 1 Punkt im Autobahndreieck Nossen- veröffentlichte er im April und August 2008 in eigenen Artikeln, schrieb im selben Jahr an das Innenministerium Sachsens, an die Sächsische Zeitung und den Bürgermeister von Nossen. Nach Prüfung seiner Angaben Anfang 2009 durch den GeoSN in Dresden mittels eines neuen Computerverfahrens mit genauerem Ergebnis wurde der neue Mittelpunkt in Deutschenbora öffentlich eingeweiht. Bürgermeister Uwe Anke hatte am 23.08.2010 in seiner Festrede zweimal den Namen Heinz Wicher und dessen Ermittlungsart als Initiator des neuen Mittelpunktes von Sachsen erwähnt. Ohne H. Wichers Aktivitäten gäbe es nicht den zweiten geografischen Mittelpunkt Sachsens.

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