Seit dem verheerenden Hochwasser 2002 hat die Rote Weißeritz großen Schaden im Rabenauer Grund angerichtet, bei der der Grund vieles von seiner wildromantischen Stimmung eingebüßt hat. Dennoch lohnt eine Wanderung seit der schrittweisen Wiederherstellung als Wandergebiet wieder.

Von luftigen Höhen in den kühlen Grund

Blick vom Max-Anders-Steig in den Rabenauer Grund
Blick vom Max-Anders-Steig in den Rabenauer Grund

Begonnen haben wir unsere Rundwanderung am Hotel König-Albert-Höhe am Ende der Höhenstraße in Rabenau. Von hier aus führte uns der Weg über den Mühlberg hinab Richtung Oelsabach, einem rechtsseitigen Nebengewässer der Roten Weißeritz. Die Straße überquerten wir am Parkplatz um von hier einen kleinen Abstecher zum Max-Anders-Steig zu unternehmen. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf den Rabenauer Grund mit der Rabenauer Mühle, der Roten Weißeritz und der Weißeritztalbahn. Wenn sich diese schnaufend durch den Grund bewegt, kann man nur hoffen, dass man der Wind hier günstig steht. Sonst ist man ganz schnell in einer Rauchwolke gefangen. Den Max-Anders-Steig verlassen wir nach einem kurzen Ausblick rechterhand in Richtung Wald. An der ersten größeren Weggabelung wählen wir den ersten, etwas unscheinbaren Weg rechts um diesen folgend an der Weißeritz heraus zu kommen.

Der obere Rabenauer Grund

Die Rote Weißeritz
Die Rote Weißeritz

Wir befinden uns nun flussaufwärts der Rabenauer Mühle. Dieser Teil des Tals wird als Spechtritzgrund bezeichnet, der bis zur ehemaligen Spechtritzmühle führt und dort seine Fortsetzung als Seifersdorfer Grund bis Seifersdorf  findet. Zwischen Rabenau und Seifersdorf bezeichnet man ihn auch als Obereren Rabenauer Grund.

Durch den Rabenauer Grund
Durch den Rabenauer Grund

Wenige Meter flussaufwärts – auf der gegenüberliegenden Flussseite – befindet sich mit dem Lübauer Gründl ein kleines Seitental entlang des Borlasbaches, das zu einem kleinen Abstecher einlädt. Einige Kilometer flussaufwärts gelangt man dann zur Talsperre Malter. Ein insbesondere im Sommer beliebtes Freizeitdomizil der Region.

Wir folgen der Weißeritz an dieser Stelle aber weiter flussabwärts in Richtung Rabenauer Mühle. Der Weg schlängelt sich entlang des Flussverlaufs und führt kurzzeitig eine Steintreppe nach oben und wieder hinab.

Rabenauer Mühle – Start des Rabenauer Grunds

Die Rabenauer Mühle
Die Rabenauer Mühle

An der Rabenauer Mühle angekommen startet von hier der eigentliche Rabenauer Grund. Für uns bietet sich hier die Möglichkeit einer ersten kurzen Rast in der SB-Gaststätte „Zum Wanderer“ in der es kleine Gerichte zu leicht überhöhten Preisen gibt. Die Gaststätte ist rustikal eingerichtet und bietet im Sommer im Biergarten genügend Plätze zur Stärkung. In den Wintermonaten hat der „Wanderer“ nicht immer geöffnet. Die Gaststätte gehört zum gegenüberliegenden Hotel Rabenauer Mühle, die bereits seit dem 13. Jahrhundert existiert. Sie ist mittlerweile die einzige Verpflegungsmöglichkeit im Rabenauer Grund bis nach Freital hin. Gegenüber der Mühle befindet sich eine Haltestelle der Weißeritztalbahn, die uns den gesamten Wegesverlauf über immer mal wieder begegnen wird.

Rabenauer Grund – Bizarre Felsformationen und Landmarken entlang der Weißeritz

Blick hinauf vom Rabenauer Grund
Blick hinauf vom Rabenauer Grund

Der nun folgende Abschnitt bis nach Freital ist der wohl schönste des Grundes. Immer und überall sind bizarre Felsformationen zu sehen, Steinbogenbrücken für die Weißeritztalbahn kreuzen den Weg, kleine Nebenläufe fließen in die Weißeritz und eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren ist hier beheimatet. Die Weißeritz schlängelt sich mal schneller und reißender, mal ruhig und gemächlich durch die wildromantische Felslandschaft.

Der Weg ist gut ausgebaut und führt vorbei an zwei alten Villen kurz nach der Rabenauer Mühle. Hier wohnt es sich wahrscheinlich sehr ruhig und beschaulich. Am Theler-Versuchsstollen, in dem im 15. Jahrhundert nach Erzen gegraben wurde ist eine kleine Infotafel angebracht.

An der Planwiese / Knoblauchwiese
An der Planwiese / Knoblauchwiese

Weiter geht der Weg dann zur Planwiese oder auch Knoblauchwiese, die wegen der großen Anzahl Bärlauchs so genannt wird. Zahlreiche seltene Pflanzen sind hier beheimatet. An der Wiese führt der Nixensteig hinauf nach Lübau. Durch das kleine Örtchen hindurch an der Lübauer Mühle vorbei gelangt man von hier aus durch das Lübauer Gründl wieder in den Rabenauer Grund.

Wasserwerk Rabenau
Wasserwerk Rabenau

Nach der Planwiese führt der Weg weiter unter eine weitere Brücke der Weißeritztalbahn und vorbei an einer Fußgängerbrücke hin zum Rabenauer Wasserkraftwerk mit seiner Natursteinkaskade das 1911 eingeweiht wurde, nachdem ein 400 Meter langer Stollen durch die Felsen gesprengt wurde, in welchen das Wasser der Weißeritz durch ein Wehr geleitet wird.

Der ENSO-Energiepfad informiert hier und an weiteren Schautafeln über die langjährige Energiegewinnung und hat an verschiedenen Stationen Spiele für Kinder zum Thema Energie parat.

Ein Abstecher durch die Somsdorfer Klamm zur Teufelskanzel

Somsdorfer Klamm
Somsdorfer Klamm

Kurz nach dem Wasserwerk führt linkerhand ein kleiner Weg hinauf durch die Somsdorfer Klamm. Der Weg ist mit Metallketten gesichert und führt teilweise über metallene Stege. Der Weg rechterhand hinauf zur Teufelskanzel ist eine Steintreppe, die sich mit den Metallketten als Griffhilfe gut bewerkstelligen lässt. Allerdings ist insbesondere im Herbst und Winter durch das Laub Trittsicherheit erforderlich. Von der Teufelskanzel hat man einen schönen Blick nach Freital hin. Im Tale hört man das Rauschen der Weißeritz und des kleinen Baches, der durch die Somsdorfer Klamm führt. Nach dem kurzen Anstieg folgen wir dem Weg wieder zurück zum Rabenauer Grund.

Freital – Vorbei am Hains bis hin zur Rollmopsschänke

Rollmops-Schänke
Rollmops-Schänke

Kurze Zeit später gelangen wir nach Freital. Dort führt uns der Weg am Freizeitbad Hains mit einer überdachten Eislaufbahn in Wintertagen und dem Weißeritz-Park, einem Einkaufszentrum. Über die Hainsberger Straße und die Rabenauer Straße folgen wir dem Straßenverlauf durch Freital durch bis hin zur Rollmops-Schänke. Seit 300 Jahren muss man die Köpfe in diesem alten, buckligen Fachwerkhaus einziehen, wenn man hier einkehren will. Das rustikale, gemütliche Ambiente haben wir nicht erlebt, können es uns aber gut vorstellen. Das Fachwerkhaus sieht schon von außen sehr einladend aus.

Fußweg nach Rabenau zurück zum Hotel König-Albert-Höhe

Blick vom Galgenberg
Blick vom Galgenberg

Der Fußweg nach Rabenau führt von der Rollmopsschänke in Freital geradeaus zur Nachbarstadt nach Rabenau hinüber an Feldern vorbei. Wir lassen Freital hinter uns und genießen von hier nochmal den Ausblick auf Freital und den Rabenauer Grund, dessen Hänge steil hinab zur Weißeritz fallen. Noch deutlicher wird der Verlauf des Grundes am Konfessionsdenkmal auf dem Galgenberg, der sich ganz in der Nähe des Hotels befindet – dem Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Eine Wanderung zu jeder Jahreszeit

Die ca. 10km lange Wanderung ist zu jeder Jahreszeit möglich. Im Winter sind in den kälteren Lagen des Grundes Eisblumen, Eiszapfen und bezaubernde Winterlandschaften zu beobachten, im Frühjahr blühen die Wiesen und Wälder und im Sommer kann man hier etwas Abkühlung bekommen. Und auch der Herbst lädt mit seinen Buchenwäldern zu farbenfrohen Wanderungen durch den Grund ein.

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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