Ein Besuch auf der Burg Stolpen führt hinauf auf die höchste Erhebung des Stolpener Basalts und bietet neben fantastischen Weitblicken auch Einblicke in die bewegt Geschichte der Burg und einer besonderen geologischen Besonderheit.

Burg Stolpen – Stolpens eindrucksvolle Burg auf dem Basalt

Burganlage der Burg Stolpen
Burganlage der Burg Stolpen

Die strategisch günstige Lage an Kreuzungspunkten bedeutenden Fernhandelswegen beschleunigte den Bau einer Befestigung aus der später die Burg resultierte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg bereits 1222. Aus heimischen Basalt erbaut, hielt die Burg zahlreichen Belagerungen stand und war 250 Jahre Bischofssitz bevor die Wettiner Kurfürsten um August von Sachsen die Burganlage übernahmen. Zu Fuße der Burg entstanden zahlreiche Siedlungen, die sich schnell zur Stadt entwickelten.

Ausgebaut zum Schloss hielt die Burg während des Dreißigjährigen Kriegs einer Belagerung statt. Allerdings fiel ein Großteil der Anlage 1632 einem Brand zum Opfer. Nach dem Krieg wurde die Burg weiter ausgebaut, womit sich auch der militärische Status der Burg vergrößerte. Die aufstrebende Burg fiel allerdings einer Zerstörung durch die Preußen im Siebenjährigen Krieg 1756 zum Opfer, die zu einem Verfall der Burg in den folgenden Jahren führte.

Im Zuge der Napoleonischen Kriege, an denen sich die Sachsen auch beteiligten, wurde die Burg neuerlich aufgebaut und nach dem gescheiterten Rußlandfeldzugs Napoleons wieder zerstört.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die touristische Bedeutung der Burg erkannt, so dass zahlreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten die Burg wieder zugänglich machten. Die touristische und kulturelle Nutzung der Burg setzte sich auch im 20. Jahrhundert fort. In Spitzenzeiten besuchten knapp 200.000 Besucher jährlich die Burganlage und seine Ausstellungen.

Heute informieren zahlreiche Infotafeln über die Geschichte der Burg, den Burgalltag und über das Leben der Gräfin Cosel.

Gräfin Cosel – Stolpens berühmteste „Bewohnerin“

Constantia Gräfin von Cosel, eine Mätresse August des Starken, wurde im 18. Jahrhundert auf der Burg inhaftiert. Da sie dessen Politik zu sehr beeinflusste und einen großen Einblick in Staatsgeheimnisse hatte, wurde sie nach Fluchtversuchen und Umsiedlungen schließlich gefangen genommen und auf Burg stolpen eingesperrt. Anfänglich waren die Haftbedinungen sehr streng, später konnte sie sich frei auf dem Burggelände bewegen. Im „Coselturm“ genannten Johannisturm verbrachte Gräfin Cosel ihre letzten Jahre bis zu ihrem Tod 1765. Knapp 50 Jahre verbrachte Gräfin Cosel in Haft auf der Burg.

Sehenswürdigkeiten und ein Weltrekord auf Burg Stolpen

Schösserhaus der Burg Stolpen
Schösserhaus der Burg Stolpen

Ebenfalls sehenswert ist ein Brunnen, der Weltrekordhalter ist. Mit 82m ist er der tiefste in Basalt getriebene Brunnen der Welt. Erwähnenswert dabei ist die lange Bauzeit des Brunnens von 22 Jahren, so dass umgerechnet täglich nur 1cm Vortrieb durch das Aufheizen und Abkühlen des Basalts erreicht wurde.

Bis zur Fertigstellung 1630 wurde die Burg über eine 100 Meter überwindende Wasserkunst, die durch ein 10m großes Wasserrad betrieben wurde, versorgt. Überschüssiges Wasser auf der Burg wurde an die Bevölkerung abgegeben. Die gute Wasserversorgung war aufgrunddessen häufiges Angriffsziel bei Auseinandersetzungen.

Der Basalt – Naturdenkmal und geologische Besonderheit

Der Stolpener Basalt, der vor 25 Millionen Jahren entstand, gehört zu den größten vulkanischen Gesteinsvorkommen im sächsischen Raum und ist gleichzeitig das zuerst erwähnte Gesteinsvorkommen seiner Art in Europa. Er zählt heute zu den bedeutensten Geotopen Deutschlands.

Die Burg Stolpen ist wunderbar für einen Tagesausflug geeignet. Die Ausstellungen informieren anschaulich über die Geschichte und geologische Besonderheiten der Burg. Vom Siebenspitzenturm der Anlage aus hat man ein wundervolles Panorama auf die Sächsische Schweiz, das Osterzgebirge, die sächsische Landeshauptstadt Dresden sowie das Elbland.

Weitere Burgen und Schlösser in Sachsen sind auf der nachfolgenden Karte aufgeführt.

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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