Von einer ganz anderen Perspektive kann man Leipzig mit dem Sturmvogel erkunden. Auf den motorisierten Booten durchquert man Leipzigs Wasserwege mit einem kundigen Bootsführer und erfährt allerhand über Leipzigs Industrie, Geschichte und Sehenswürdigkeiten.

Start am Stelzenhaus Leipzig

Bootsfahrt auf dem Heine-Kanal
Bootsfahrt auf dem Heine-Kanal

Eines der bekanntesten Industriebauten Leipzigs aus den 1930er Jahren ist das Stelzenhaus in Plagwitz. Das Industrieviertel ist viele Jahre über in der Leipziger Bevölkerung als Wohnort unbeliebt gewesen, entwickelt sich aber mittlerweile zum Szeneviertel mit jeder Menge Gastronomie, Wohnmöglichkeiten in Wassernähe und Künstlervierteln. Im Stelzenhaus werden nach umfassender Restaurierung anfangs der 2000er Jahre alle drei Nutzungen vereinigt.

Philippuskirche Leipzig
Philippuskirche Leipzig

Hier startet die Tour an den Ufern des Heinekanals an einer kleinen Anlegestelle und führt von hier ersteinmal westlich durch zahlreiche Brücken vorbei an Industriebauten und Häusern. Besonders sehenswert ist die Philippuskirche, die als einzige Kirche Mitteldeutschlands als Gemeindezentrum konzipiert wurde. Vom Boot aus eröffnet sich ein Postkartenmotiv mit Blick auf die Kirche. Wenig später ist die Tour bereits zu einer Wende gezwungen, da der Kanal kurz vor dem Lindenauer Hafen endet.

Unter dem mdr-Riverboat hindurch

mdr-Riverboat-Studio
mdr-Riverboat-Studio

Folglich führt uns die Bootstour wieder am Stelzenhaus vorbei in Ostrichtung zur Weißen Elster hin. Kurz bevor der Kanal in die Elster mündet durchfahren wir die ehemalige Riverboat-Bühne der gleichnamigen mdr-Sendung. Es befindet sich auf einer alten Eisenbahnbrücke über dem Heine-Kanal und ist ein in Schiffsform gestaltetes Gebäude. Der Kanal wird teilweise so schmal, dass die Fahrt nur einspurig möglich ist und es bei hohem Aufkommen der Sturmvögel und der Kanuten und Paddler zu Stau kommen kann. Mit einer großen Gelassenheit werden die Boote dann rückwärts manövriert und der Verkehrsengpass behoben.

Auf der weißen Elster durch Plagwitz

Alte Fabrikgebäude als großzügige Wohnungen
Alte Fabrikgebäude als großzügige Wohnungen

Die Tour führt nun weiter auf der weißen Elster in Südrichtung. An den Ufern tummeln sich die Biberratten Nutria, deren Fell zu DDR-Zeiten exportiert wurde und die hier in großem Stile gezüchtet und gehalten wurden. Nachdem man für die südamerikanischen Tiere keine Verwendung mehr fand, lies man diese in großem Stil frei, sodass diese sich hier ungehindert vermehren und sich vornehmlich in Elsterufernähe aufhalten. Am heutigen „Seniorenzentrum an der Weißen Elster“ wendet das Boot wieder und führt uns nun weiter Richtung Norden vorbei an allerlei ufernahen Gaststätten mit Sitzmöglichkeiten am Ufer oder auf errichteten Terrassen auch auf Wasser.

An der Weißen Elster
An der Weißen Elster

Die Cafés und Gaststätten sind vom Boot aus sehr gemütlich anzusehen und machen Lust auf eine Einkehr. Vorbei an alten Industriebauten, die heute in Wohnlofts umgebaut und genutzt werden fahren wie an der Karl-Heine-Villa und Klingner-Villa vorbei.

Den Palmengarten am Elsterwehr passieren wir als nächstes. Er trägt seinen Namen von einem Tropenhaus, das bis in den Neunzehndreißiger Jahren dort stand. Nach einem kurzen Abstecher ins Elsterflutbett ist die knapp 90 minütige Bootsfahrt durch Leipzig am Bootshaus Klingnerweg beendet.

Fazit: Lohnenswerte Ansichten auf ein anderes Leipzig

Idyllische Sitzgelegenheit an der Weißen Elster
Idyllische Sitzgelegenheit an der Weißen Elster

Die Bootsfahrt ist dank des Bootsführers und seiner Informationen recht kurzweilig. Man bekommt wunderschöne Einblicke auf die Industriebauten Leipzigs. Die vielen Grünflächen, an denen man vorbeischippert zeigen das idyllische Bild Leipzigs, dass man auch ganz allein mit Kanu und Paddelboot erkunden kann. Ganz sportliche können übrigens bis ins Leipziger Neuseenland fahren und Ganztagesausflüge dahin unternehmen. Eine herrliche Art eine Stadt mal ein wenig anders zu erkunden.

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

1 Kommentar

  1. Hallo Matthias,
    ich kann mich deinen Ausführungen nur anschließen. Leipzig hat in Sachen Flüsse und Känale echt viel zu bieten. Besonders schön finde ich die Kombination aus Naturparadies (Auwald) und der von dir beschriebenen urbanen Landschaft. Dabei gibt es diverse Bootsverleihe in Leipzig in denen man kostengünstig ein Paddel- bzw. Ruderboot ausleihen kann – zur eigenständigen Erkundung das Wasserwege. Ferner bieten die meisten Verleihe auch geführte Motorbootfahrten an.

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