Das Syratal ist ein kleines Idyll inmitten von Plauen ganz in der Nähe des Stadtparks. Obwohl ich meine gesamte Kindheit in Plauen verbrachte, bin ich erst jetzt mit 30 Jahren das erste Mal hier gewesen. Für meinen Vater, der mich begleitete, war der letzte Besuch noch ein wenig länger her.

Der Syrabach – Ehemaliges Grenzgewässer des Gaus Dobna

Syratal Plauen
Syratal Plauen

Der neun Kilometer lange Syrabach entspringt im Mehltheurer Forst und führt weiter über die Ortschaft Syrau mit ihrer Tropfsteinhöhle und den ehemaligen Truppenübungsplatz durch Plauen bis hin zur Elster. Einen Großteil durchfließt die Syra in Plauen übrigens unterirdisch. Insbesondere im Zentrum wird der  Bach bis kurz vor der Mündung in die Elster unterirdisch durch die Stadt geleitet. Daher hat das Zentrum Plauens auch seinen namen „Tunnel“.

Den schönsten Teil der Syra findet man im Syratalgebiet zwischen Friedensbrücke und der ehemaligen Panzerstraße Syratal, um die aktuell eine große Debatte bezüglich der Öffnung der Straße für den Straßenverkehr läuft.

Syratal Plauen
Syratal Plauen

Das Syratal selbst war an diesem Samstag-Nachmittag sehr ruhig. Nur einige wenige Spaziergänger waren zu sehen, so dass man das Vogelzwitzschern und Bachgeplätscher wirklich in aller Ruhe genießen konnte.

Und durch ebendieses Syratal bin ich mit meinem Vater spaziert. Zu Kindheitstagen war diese Region sein Spielterrain. Überrascht von den Veränderungen im Tal hat er von ein paar Kindheitserlebnissen berichtet. So gab es früher an der Syratalbrücke einen Rodel- und Skihang und ein wenig weiter hinten im Tal eine „Bobbahn“. Heute hat die Natur im Landschaftsschutzgebiet so manchen Hang zurückerobert.

Viadukt Syratalbrücke im Plauner Syratal

Syratalbrücke in Plauen
Syratalbrücke in Plauen

Das 209m lange und 32m hohe Viadukt „Syratalbrücke“ wurde für die Bahnstrecke Eger-Plauen errichtet und überspannt das Syratal eindrucksvoll. Die Syra selbst schlängelt sich ruhig und beschaulich durch das Tal. Auf umgestürzten Bäumen erobern sich Weiden in einer bizarren Art und Weise ihren Lebensraum für die nächsten Jahre.

Der Dobenaufelsen mit der Burgruine

Blick vom Dobenaufelsen
Blick vom Dobenaufelsen

Kurz nach der Syratalbrücke passiert der Bach den Dobenaufelsen mit der Burgruine. Auf dem Felsen selbst finden derzeit Arbeiten statt, um den Felsen wieder vollends touristisch zugänglich zu machen. Der Stolleneingang führt von hier angeblich bis ins Zentrum. Gesichert ist in jedem Falle, dass der Stollen bereits seit 1677 existiert und hier Silber abgebaut wurde.

Weiter zur Freizeitanlage, der Friedensbrücke und ins Plauener Zentrum

Tennera in Plauen
Tennera in Plauen

Wer ein wenig weiter des Weges geht erreicht den Plauener Stadtpark mit der Gaststätte Tennera. Folgt man jedoch dem Verlauf der Syra weiter kommt man zur Freizeitanlage Syratal mit Pioniereisenbahn, Minigolf, Streichelzoo, Minicar und weiteren Attraktionen für Kinder.

Die größte Steinbogenbrücke Europas mit einer Weite von 90 Metern befindet sich nur einen Steinwurf von der Freizeitanlage entfernt. An der Friedensbrücke verläuft die Syra das erste Mal unterirdisch weiter und sieht bis zu ihrer Mündung in die Elster nur noch ein- bis zweimal das Tageslicht.

Syratal Plauen
Syratal Plauen

Über die Sehenswürdigkeiten in Plauen berichte ich euch in einem der nächsten Beiträge. Genießt derweil den Spaziergang durch das Syratal mit dem Dobenaufelsen, der Syratalbrücke und der schönen Landschaft.

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

3 Kommentare

  1. Lieber Matthias, auch ich bin Vogtländer und in Plauen geboren und habe bis zum Ausbomben am 23.02.1945 in der Hainstraße 4 gelebt…
    Mithilfe des Bogens der Friedensbrücke kann man in den Brennpunkten stehend trefflich miteinander „telefonieren“. Leider finde ich den Abstand der Brennpunkte von da, wo der Bogen in der Erde verschwindet nicht. Ich habe es einmal gewusst, aber wieder vergessen. Es könnten so 8 bis 10 m sein.
    Kannst Du mir dankenswerter Weise da weiterhelfen? Es wäre auch schön, wenn es wieder publik gemacht würde als unterhaltsame angewandte Physik / Akustik.
    Im Voraus vielen Dank und liebe Grüße von einem Landsmann
    Hansjürgen

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