Nicht nur die Region um Bad Schandau hat eine Schweiz. Nein, auch das Vogtland hat seine Schweiz. Die Vogtländische Schweiz bezeichnet die Region zwischen Plauen mit der Talsperre Pöhl und Elsterberg. Unsere heutige Wanderung führte uns über zwei Berge von Limbach aus nach Elsterberg und im Anschluss durch das Elstertal.

Mit der Vogtlandbahn unterwegs

Bei meiner wetterbedingt um einen Tag verspäteten Himmelfahrtswanderung waren meine zwei besten Freunde aus Schulzeiten sowie ein Arbeitskollege aus Bayern dabei. Start unserer Wanderung war der Jößnitzer Bahnhof. Die Vogtlandbahn bietet für Kleingruppen einen günstigen Tagestarif von 16€ an, mit dem man beliebig oft die Züge und Busse des Verkehrsverbunds Vogtland nutzen kann. Tickets erwerben kann man bequem am Automaten im Zug. So führte uns unsere erste Fahrt von Jößnitz über die zweithöchste Ziegelsteinbrücke der Welt, der Elstertalbrücke und Jocketa bis nach Limbach.

Von Limbach zum Kuhberg

Wegweiser bei Foschenroda
Wegweiser bei Foschenroda

Dort begann dann unsere eigentliche Wanderung. Entlang der Bahnstrecke über einen Feld führt der Weg uns durch das kleine Dorf Foschenroda, einem Ortsteil von Netzschkau. Unser erstes Etappenziel, der Kuhberg ist durch seinen markanten Sendemast und den Aussichtstum weithin sichtbar. Für kurze Zeit laufen wir die Schützenstraße entlang bevor der Weg rechterhand in das Waldgebiet um den Kuhberg herum führt. Hier sind gute Augen gefordert, die die Wegmarkierungen finden. Nach mehr oder weniger geplanten Umherlaufen entlang verschiedener Waldwege mit fehlender Markierung orientierten wir uns an einer Sackgasse und entschieden uns – GPS und Googlemaps sei dank – zur Umkehr und hielten Ausschau nach einer asphaltierten Straße, die wir dann auch fanden. Wenige Hundert Meter entlang der Straße fanden wir die Wegmarkierung wieder und konnten den Aufstieg zum Kuhberg ohne weitere Probleme bewältigen. Die letzten Meter des Anstiegs sind etwas steiler, so dass unsere anschließende Brotzeit auf dem Kuhberg durchaus verdient war.

Bismarckturm auf dem Kuhberg
Bismarckturm auf dem Kuhberg

Der Kuhberg selbst ist ein touristischer Anziehungspunkt. Der 1900 erbaute Aussichtsturm, der für einen Eintritt von 1€ pro Person bestiegen werden kann, bietet lohnenswerte Aussichten auf das Vogtland mit der Göltzschtalbrücke, das sanft geschwungenen Hügelland mit seinen kleinen und größeren Ortschaften sowie bei schöner Sicht bis hin zum Erzgebirge. Bei guter Sicht ist auch Sachsens höchster Gipfel, der Fichtelberg zu erkennen.

Desweiteren befindet sich auf dem Kuhberg die Kuhbergbaude, eine ganzjährig bewirtschaftete Gaststätte, eine Freiland-Modellbahnausstellung mit Bauwerken aus Netzschkau, Reichenbach und umliegenden Ortschaften sowie einem kleinen Westerndorf. Eine Gartenzwergausstellung und ein Gehege mit Ziegen komplettiert den Gipfel des Kuhbergs. Der Kuhberg kann auch mit dem Auto befahren werden. Entlang dieser Strecke befindet sich ein Naturlehrpfad mit Infotafeln zur heimischen Flora und Fauna, den wir hinab gehen um uns kurze Zeit später linkerhand wieder Waldwege zu nutzen. Rechterhand des Waldweges befindet sich das kleine Örtchen Brockau mit seiner markanten evangelischen Kirche.

Panorama vom Kuhberg mit Kuhbergbaude
Panorama vom Kuhberg mit Kuhbergbaude

Entlang des Vogtland-Panorama-Wegs zum Kriebelstein

Blick auf Brockau
Blick auf Brockau

Von Brockau führt uns der Weg entlang des Vogtland-Panorama-Wegs nach Coschütz, das zu Elsterberg gehört. Wir durchwandern den Ort um kurze Zeit später über eine Wiese in einen Wald hinein zu laufen. Über die nicht vorhandene Wegmarkierung wundern wir uns nicht, sind aber überrascht als nach kurzer Zeit 5 Meter unter uns ein Wanderweg zu sehen ist. Dem Wanderweg folgen wir nach dem Abstieg wenige Meter um dann von einem Gipfelkreuz überrascht zu werden.

Kriebelsteinkreuz bei Elsterberg
Kriebelsteinkreuz bei Elsterberg

Besonders stolz scheint Elsterberg auf seine 407m hohe Erhebung zu sein, berichtet doch eine große Infotafel und ein überdimensioniertes Gipfelkreuz von der Bergspitze, auch wenn das „Hinterland“ des Berges gefühlt höher ist. Lohnend ist der Gipfel allemal, bietet er doch eine wundervolle Aussicht auf Elsterberg mit seiner Kirche und Burgruine sowie der stark geschwungenen Elster, die der Straße ihren Lauf diktiert.

Elsterberg vom Kriebelstein aus gesehen
Elsterberg vom Kriebelstein aus gesehen

Der Abstieg nach Elsterberg führt uns durch waldiges Terrain auf teils gut, teils weniger gut markierten Wegen. Diesmal trügt uns unsere Intuition aber nicht und wir laufen instinktiv den richtigen Weg hinab nach Elsterberg. Nach einer kurzen Besichtigung der Stadt mit seiner beeindruckenden Burgruine fahren wir mit der Vogtlandbahn ab Elsterberg weiter bis zur Barthmühle um dort den zweiten Teil unserer Wanderung fortzusetzen.

Von der Barthmühle durch das Elster- und Nymphental zur Pfaffenmühle

Elstertalbrücke
Elstertalbrücke

Die Fahrt mit der Vogtlandbahn führt manchmal links, manchmal rechts entlang der Weißen Elster durch das enge Tal. Der Haltepunkt an der Barthmühle ist einer der idyllischsten entlang der Strecke. Der Bahnsteig und das Wartehäuschen zeugen von längst vergangenen Zeiten, das Rauschen der Elster und der umliegenden Bäume im Wind sorgt im Einklang mit dem Vogelgezwitscher für ein kleines Idyll. Die imposante Elstertalbrücke mit ihren Steinbögen führt über das Tal und bietet sich regelrecht für ein Foto an. Kurz vor dem Eingang ins Elstertal befindet sich die ehemalige Gaststätte Barthmühle, die aktuell einen Käufer sucht. Der Biergarten hat allerdings an Pfingsten und Himmelfahrt geöffnet.

Teufelskanzel am Eingang ins Nymphental
Teufelskanzel am Eingang ins Nymphental

Unsere Wanderung durch das Elstertal führt uns durch die Elstertalbrücke entlang der Weißen Elster im schattigen Grün, so dass man auch im Hochsommer angenehm wandern kann. Nach der Teufelskanzel – einem markanten Fels im Elstertal – führt uns der Weg rechterhand ins Nymphental hin zur Pfaffenmühle. Die beliebte Ausflugsgaststätte im Herzen der Vogtländischen Schweiz hat einen Biergarten mit großen Kastanien. Kinder kommen auf dem Spielplatz und dem Wildgehege auf ihre Kosten. Im Winter stellt die Pfaffenmühle zudem eine Modellbahnausstellung mit Nachbauten vogtländischer Sehenswürdigkeiten aus. Besonders sehenswert ist auch das Sammelsurium von Gegenständen aus Großmutters Zeiten, die sich liebevoll in Szene gesetzt in der Lokalität befinden. Wir genießen derweil ein zapffrisches Fassbier und erholen uns von der insgesamt 18km langen Wanderung.

Der Abschluss unserer Wanderung führt dann zurück nach Jößnitz zum Haltepunkt, von dem aus man mit der Vogtlandbahn nach Plauen kommt oder auf dessen Park-und-Ride-Parkplatz das Auto abgestellt werden kann.

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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