Lange Zeit habe ich überlegt, hier auf diesem Blog einen Beitrag zum politisch brisanten Thema der momentanen Flüchtlingsproblematikthematik zu verfassen. Seit gestern bzw. heute ist das Maß bei mir voll. Den ganzen Abend kreist ein Hubschrauber über den Osten Dresdens und Heidenau. Über twitter erfahre ich warum. Eine angekündigte Demo gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in einem Baumarkt aus dem Zeltlager Chemnitz, dass durch Regenfälle nicht mehr bewohnbar ist, eskaliert. Die Polizei scheint unterbesetzt und machtlos. Auf der anderen Seite polemische Presseorgane, die ihr Opfer gefunden haben: Den tiefbraunen, dumpfen Sachsen, der raus soll aus Deutschland. Eine Situation die mich entsetzt und sorgenvoll in die Zukunft blicken lässt. Es reicht!

Die Geschehnisse rund um #Säxit #Heidenau #Pegida und Co. in diesen Tagen lassen mich auch jetzt, 3:12 Uhr nachts, nicht wirklich zur Ruhe kommen und schlafen.

Der besorgte Wutbürger

Was nimmt sich der besorgte Wutbürger hier eigentlich raus? Mal ehrlich. Geht’s noch? Demonstrieren schön und gut. Die eigene Meinung nach außen bringen. Gerne! Aber das, was ich in diesen Wochen in meinem mir so ans Herz gewachsenen Heimatland Sachsen erleben muss, überspannt den Bogen bei weitem. Es macht mich traurig, bestürzt und fassungslos, ja fast schon wütend.

Egal ob in Freital, Dresden oder ganz aktuell in Heidenau. Das Bild, dass ihr mit Euren aggressiv-dumpfen Parolen hier abgebt ist bedenklich. So einen großen Hass in Euren Augen kann ich nicht verstehen. Ihr macht Euch Sorgen vor Überfremdung, hadert mit der Lügenpresse, die sich nur noch verkauft, seid strikt gegen Wirtschaftsflüchtlinge und habt Angst, dass in eure kleinen und großen Städte die schwerstkriminellen, fremdländischen, terroristisch engagierten Triebtäter Einzug halten, die Euch zudem Eure Jobs wegnehmen.

Mit euren Aussagen „Wir haben nichts gegen Flüchtlinge und Ausländer, aber…“ und ähnlichen entlarvt ihr Euch. Wir leben hier in einem Bundesland mit einem der geringsten Ausländeranteile (2.5% Vgl. Deutschland 8.7%). Wir sind in Sachsen von einer Abwanderung in Richtung der alten Bundesländer und damit heute schon spürbaren und zukünftig noch stärkeren Fachkräftmangel betroffen. Und das schon seit Jahren. Sachsen überaltert, Fachkräfte jeglicher Art wandern ab und kommen nur selten wieder zurück. Viel schlimmer noch. In Sachsen sind zum 1. September noch 8700 Lehrstellen frei. Viele werden sicherlich leer bleiben. Ein potentieller Fachkräftemangel, der sich auch auf künftige Generationen, Unternehmensnachfolgen etc. ausweiten wird. Und dass auf alle Lebensbereiche.

Und dann kommt ihr daher. Bringt die Situation zum Eskalieren, werft mit Steinen, skandiert lautstark Parolen und beschädigt Notunterkünfte und Erstaufnahmelager. Erstaufnahmelager, die für Flüchtlinge gedacht sind, die unter großen Strapazen und Anstrengungen ihre Heimat verloren und verlassen haben, weil sie in den dortigen Kriegswirren keine Perspektive mehr sehen und um ihr Leben fürchten müssen. Menschen also, die seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten unterwegs sind, ihr Hab und Gut aufgeben mussten und alles und teilweise auch jeden verloren haben. Und genau diesen Menschen kommt ihr mit Eurem Fremdenhass entgegen und begrüßt die Asylsuchenden auf Eure Art und Weise. Glückwunsch!

Wovor habt ihr Angst? Glaubt ihr allen Ernstes jeder der Flüchtlinge will Euch Euren Wohlstand nehmen? Denkt ihr nicht auch, viele sind froh, wenn in ihrer Heimat das Blutvergießen ein Ende hat und sie wieder zurückkehren können?

Und selbst wenn nicht. In einem Staat, der auf eine zahlenmäßig große Rentnerschaft zusteuert, dürfte doch jeder Erwerbstätige, der dazu beiträgt perspektivisch Eure Steuerlast mit zu schultern oder Euch älteren Wutbürgern in Zukunft die Rentenbeiträge sichert, ein Gewinn sein, oder? Lasst die (zum Teil gut ausgebildeten) Flüchtlinge doch erst einmal ankommen und mit dem Nötigsten versorgt wissen, ohne dass sie gleich Angst haben müssen von einem Krisengebiet ins Nächste zu gelangen.

Was bringt Euch diese dumpfe Aggression gegenüber den Schwächsten der Gesellschaft? Was bringt Euch das Beschädigen von Flüchtlingsunterkünften? Den Zustrom an immer mehr Flüchtlingen werdet ihr dadurch auch nicht verhindern, da es einfach zu viele Krisenherde weltweit gibt.

Der erhobene Zeigefinger der Presse

Sehr geehrter Herr Schirmer, sehr geehrte Wochenzeitung „Die Zeit“. Vielen Dank für Ihren Vorschlag des Säxit.

Moment, eine herrliche Satire oder doch ernsthaft gemeint?

Tatsächlich, Ihre letzten beiden Worte belegen die Ernsthaftigkeit ihres Vorschlags. Aber mal Butter bei die Fische: Was bringt ihnen und uns allen der Säxit und diese bescheuerte Polemik? Werden dadurch die anderen 160 von 202 nationalen Asylunterkünftsangriffen unter den Tisch gekehrt? Wohl kaum. Bessert sich dadurch die globale Situation der Flüchtlinge? Ändert es die Ressentiments der Nationalstolzgeprägten und besorgten Bürger. Ihr Vorschlag zeugt von einer großen Kurzsichtigkeit und fördert noch mehr Salz in die Wunde der Lügenpresse-Anhänger.

Doch damit sind sie wenigstens nicht alleine. Auch in der FAZ und vielen weiteren Leitmedien der „Lügenpresse“ *hüstel* wird das verzerrte, reißerische Bild des nationalstolzen, ungebildeten, in furchtbarem Dialekt dumm dahersprechenden Sachsen in all seiner stilistischen Übertreibung dargestellt. Nur gut, dass es in den anderen 15 Bundesländern keinen Fremdenhass gibt, geschweige denn in anderen europäischen Ländern. Aber irgendwie ist es ja auch klar, dass man seinen Blick auf den Sachsen richtet. Nirgendwo sonst in der Republik ist der Anteil der rechtsorientierten Wähler so groß, sind die Anhängerschaften der Patriotischen Europäer riesiger und dauerhaft präsent sowie die Asyl-Übergriffe zahlreicher. Und natürlich muss es die Presselandschaft den „Lügenpresse-Wortschöpfern“ in gewisser Weise auch heimzahlen. Wer die Presse verhöhnt und der Lüge bezichtigt, muss mit einer Retourkutsche rechnen.

Da passt es irgendwie ins Bild, dass außerhalb der sächsischen Medienlandschaft nur äußerst spärlich über die positiven Signale geschrieben und berichtet wird. Das Bündnis „Dresden für alle“ leistet großartiges, die Fussballmannschaft des VFC Plauen startet eine Integrationsmannschaft, die Spendenbereitschaft für die Flüchtlinge in der Zeltstadt und andernorts ist enorm. Leider sind dies wenige Lichtpunkte, über die berichtet wird. Zweifelsfrei, auch hier in Sachsen gibt es eine große Mehrheit, die tolerant und weltoffen ist. Nur schreit diese eben nicht so laut, wie sein besorgt, ängstliches, stolzes Pendant.

Aber es ist ja auch einfacher, sich ebenso wie der Wutbürger ein verallgemeinerndes pauschales vorurteilsbehaftetes Bild zu malen und dieses permanent zu festigen. Auch damit leisten Sie, liebe Medien, einen schönen Beitrag dazu, Vorurteile weiter zu befeuern und das entstandene Bild nicht mehr gerade rücken zu wollen. Der Wutbürger hassliebt Sie dafür, wenn Sie ihn so darstellen und fühlt sich damit in seiner Meinung bestätigt. Auch hier: Glückwunsch!

Die kleine Sandkasten-Posse

Mir scheint fast so, als sitzen hier drei Kinder in einem großen Sandkasten. Nennen wir sie Fritz, Theobald und Mohammed. Fritz spielt am liebsten alleine mit Schaufel und Förmchen und gibt ungern etwas von seinen Spielsachen ab. Theobald ist wohlerzogen, kommt aus vornehmen Elternhaus, hat auch schon Klavierunterricht genossen und weiß gar nicht so recht, was er hier im Sandkasten soll. Aber er hat schon viel gehört vom Spielen im Sand, von Ethik und Moral. Und dann ist da noch Mohammed. Er sitzt in der Ecke des Sandkastens, hat keinerlei Spielzeug mit und würde dennoch gerne mitspielen.

Doch bevor er das kann und darf streiten sich Fritz und Theobald erst einmal. Theobald fordert Fritz auf, den kleinen fremd aussehenden Jungen gefälligst mitspielen zu lassen, da dieser ja kein Spielzeug hat und es ihm generell an vielem fehlt (außer seinem Smartphone natürlich). Es ist ja genug Sand und Förmchen für alle da und wir könnten ja alle miteinander spielen und Sandburgen bauen. Fritz denkt gar nicht daran und begehrt auf. Theobald gehe es doch nichts an, was er mit seinen Förmchen mache. Es sind seine Förmchen und der Mohammed kann sich ja „dort wo er herkommt“ Förmchen her holen und damit spielen. Und überhaupt, was mischt sich dieser Theobald hier ein. Der hat doch keine Ahnung, wie das Leben hier läuft. Ich musste Mutti lange überreden, mir Förmchen und Sand zu schenken. Und dann kommt der besserwisserische Schnösel daher und erzählt mir was vom gemeinsamen spielen. In meinem Sandkasten, mit meinen Förmchen!!!!1elf!!!Am Ende lügt mich der Theobald noch an und Mohammed hat jede Menge Förmchen daheim und nimmt mir meine auch noch weg!“

Theobald lässt das natürlich nicht lange auf sich sitzen. „Niemand nennt mich einen Lügner. Ich werde allen erzählen, wie fremdenfeindlich du bist und dass du Mohammed nicht mit ihm spielen willst.“ Mohammed sitzt weiter in der Ecke, bleibt außen vor und passt auf, wie sich Theobald und Fritz gegenseitig als Lügenbold und Fremdenfeind beschimpfen. Dass Mohammed, nur helfen wollte eine Sandburg mit aufzubauen, werden die beiden wohl nie erfahren, wenn sie sich weiter so streiten. Aber Hauptsache beide sind erstmal lange mit Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt und lenken sich und die anderen von wichtigeren Themen ab.

Achja, und dann sitzt da drüben in sicherer Entfernung zum Sandkasten noch die Mutter Angie. Natürlich sagt sie zu all der Problematik nichts und versucht eine Raute häkelnd den Streit irgendwie auszusitzen.

Reißt Euch mal alle am Riemen, sonst glatscht’s glei, aber keen Beifall!

Also, lieber Wutbürger Fritz, nimm dich wieder etwas raus, kühle deinen Kopf und tritt nicht weiter auf den Schwächsten der Gesellschaft herum. Nimm deine Vorurteile und pauschalisierten Verallgemeinerungen etwas zurück und versetze dich nur ansatzweise in die Lage der ankommenden kriegsflüchtigen Asylsuchenden. Deine Heimat, die du hier so stramm verteidigst und bedroht siehst, würdest du auch nicht freiwillig verlassen wollen.

Liebe Presse Theobald, bitte bleib objektiv und sachlich und verfalle nicht in blanke Polemik. Du kannst mehr und musst mit solch einer stumpfen Stimmungsmache deine Klickzahlen nicht in die Höhe treiben. Berichte schonungslos über die tatsächlichen Vorfälle, aber schüre keine Vorurteile, pauschalisiere nicht und werde nicht so polemisch. Der Wutbürger wird es dir vielleicht irgendwann mal wieder danken.

Liebe Politik. Unternimm was, beziehe Stellung. Bringe vernünftige Lösungen hervor und trage Sorge dafür Sorgen, Ängste und Nöte abzubauen. Biete Lösungen für Fritz und Mohammend an und setze dich noch stärker dafür ein, das Flüchtlingsthema europaweit in die Verantwortung anderer Länder zu bringen. Es ist ein globales Thema. Lasse Mohammed schnell mitspielen oder sorge dafür, dass er zuhause in Sicherheit spielen kann und sieh nicht tatenlos zu, wie die Lage zu eskalieren droht.

Wenn sich hier nicht alle am Riemen reißen, habe ich die Befürchtung, dass in unserem schönen Land sonst noch viel mehr aus dem Ruder läuft. Muss denn immer erst eine Katastrophe passieren, bis irgendetwas unternommen wird?

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

9 Kommentare

  1. Ich lebe seit gut 6 Wochen in Sachsen, zum Glück in Leipzig. Die Stadt gefällt mir, keine Frage, aber meine Lust, Sachsen zu erkunden, hält sich gerade arg in Grenzen. Auch das ist Teil meiner Wahrnehmung. Ich weiß sehr wohl, das es Übergriffe auch in Bayern, Hessen und anderswo gegeben hat und selbst in „meinem“ Hamburg sind besorgte Bürger auf die Straße gegangen. Und von Dortmund mal ganz zu schweigen… eine rechte Hochburg im Westen, über die kaum jemand schreibt. Nein, ich behaupte nicht, das das ein rein sächsisches Problem ist. Allerdings befremdet mich hier schon sehr, wie wenig Polizei und Politik in der Lage sind, dem rechten Mob zu begegnen. Und ganz ehrlich, soviel dumpfe rechte Parolen wie hier, höre ich in Hamburg morgens nicht in der Bahn, wenn ich zur Arbeit fahre. Mir als neu zugezogene fällt das schon auf, obwohl ich immer offen und neugierig alle zwei Jahre in eine neue Stadt ziehe. Natürlich ist das mit dem Säxit Quatsch, aber eben auch selbst provoziert. Ich möchte hier mal auf einen Spiegel Artikel hinweisen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-136751587.html
    Ich fühle mich hier immer weniger wohl, das gebe ich offen zu, auch wenn ich die Hilfsbereitschaft der Leipziger wahrnehme, einige von ihnen auch kenne und weit davon entfernt bin, alle Sachsen über einen Kamm zu scheren.

    1. Frau Momo, vielen Dank für deinen Kommentar. Auch ich bin erschüttert wie wenig Politik und Polizei dem ganzen hier entgegensetzen (wollen?). Bleibt die Hoffnung, dass sich das ändert. Die stirbt bekanntlich zuletzt. Und wenn du erstmal richtig angekommen bist, wirst auch du hier viele weltoffene, tolerante und interessante Menschen kennen lernen. Dann fällt das Erkunden auch leichter 😉

  2. Hallo Namensvetter,

    ich habe zusammmen mit meiner Frau und meinem Kind jetzt ein Jahr in Dresden gewohnt. Vorher in Berlin. Und die gleichen Beobachtungen wie Momo gemacht. In Dresden habe ich zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder erlebt, wie jemand beim Bier in der Bahn von „Ganaggen“ und „Neschern“ schwadroniert hat. Und das war kein Einzelfall. So ähnliche „Das wird man ja nochmal sagen dürfen“-Erlebnisse hatte ich jede Woche und dann schließlich jeden Montag. Die stockkonservative, verbiesterte und humorlose Landeshaupstädter-Mentalität vieler Dresdner ist mir in dem Jahr vollkommen fremd geblieben, und da stimmen mir auch die gebürtigen Dresdner aus meinem Freundeskreis zu, die zugeben, daß wenn sie nicht ihre sozialen Kontakte vornehmlich in Dresden hätten, schon lange weg wären. Die vielen Freunde dort die anders denken als der „Mainstream-Dresdner“, machen für mich den Anschein, als wären sie in der Minderheit. Ich hätte vor unserem Umzug nach Dresden nicht gedacht, daß ich so ein Soziotop in einer Großstadt noch finde, aber daß Rassismus sich so offen Bahn bricht, fande ich in den ersten Momenten ziemlich erschreckend. Dieses „Lügenpresse“-Geschrei kann ich mir auch nur aus dem gelernten Mißtrauen den DDR-Medien gegenüber erklären, aber hält so eine Einstellung 25 Jahre? Irgendwie merkt man einfach, daß Dresden in einem anscheinend tiefen, tiefen Tal liegt, daß den Blick über den Tellerrand sehr zu erschweren scheint. Und da habe ich sinngemäß Frank Richter von der BPB zitiert. Der ist auch Dresdner. Sehr erschreckend auch, wie wenig die Politik in Sachsen bereit war, sich wenigstens rhetorisch schützend vor die Schwachen zu stellen. Da gibt es auch null Selbstkritik, vor allem in der CDU. Unter anderem deshalb haben wir auch als Familie daraus die Konsequenz gezogen und sind nach Berlin zurück. Und obwohl wir beide (außer unser Kind) in Sachsen geboren bin, spricht uns das Label „Sachse“/“Sächsin“ nicht an. Dresden/Sachsen ist nicht unsere Heimat.

    1. Moin Matze! Wahrscheinlich fahre ich wirklich noch zu wenig Straßenbahn. Und der umfangreiche Vergleich zu anderen Städten fehlt mir auch. Auffallend ist, dass aber wirklich viele der aktuellen Vorfalle in Dresden und dessen Speckgürtel stattfinden. Das bereitet mir wirklich sorgen. Die Politik indes scheint ein klein wenig überfordert. Hoffen wir, dass die Situation nicht weiter eskaliert und der Konflikt abebbt.

  3. Lieber Matthias, tollkühner Wandersmann,

    Deine Reiseberichte sind äußerst interessant für einen alten Mann wie mich. Wir Alten wandern nun einmal sehr gerne. Interessierte ich mich früher für Sport und Frauen, so sind es heute eben die Natur und alte Denkmäler. Nun gut.

    Ich finde deinen Bericht über die Ereignisse in Heidenau sehr gelungen. Mit dem Talent eines jungen Goethe führtes du die Feder beachtlich. Die Emotionen, die aus deinem vogtländisch-dresdnerischen Leib quellen, kann ich nur allzu gut verstehen.

    Und doch finde ich, dass dieses Thema auf dieser Webseite keine Berechtigung hat.Schnüre lieber wieder die Wanderschuhe und verwöhne uns mit deinen vortrefflichen Sachberichten.

    Liebe Grüße,

    Heiner

    1. Hallo Heiner! Vielen Dank für die netten Worte. Ich habe wirklich lange mit mir gerungen, auf Veröffentlichen zu klicken, da das Thema doch sehr sensibel ist und auf dem Blog nur dank seines Sachsen-Bezugs passt.

      Künftig erscheinen natürlich weiterhin verstärkt Freizeit-Tipps, Wanderungen und Sehenswürdigkeiten. Freue dich schonmal auf viele Berichte aus dem Zittauer Gebirge und der Oberlausitz. Aber gerade als öffentliche Webseite mit derartigem Bezug wird sicherlich auch in Zukunft, wenn es mein Gemüt zulässt, den ein oder anderen Kommentar geben. Denn das Schlimmste ist sicherlich Wegsehen und Wegducken.

      Gerade bei einer so großen Leserschaft, wie ich momentan habe, gehört es sich auch mal etwas kritisch zu werden. Zumindest ab und an 😉

      Viele Grüße aus Dresden. Matthias

      PS: Zu einem Goethe fehlt mir dann aber doch noch ein wenig, auch wenn mir dieser Vergleich gerade schmeichelt…

  4. Lieber Matthias,
    ganz konkret —- hast Du irgendeine Ahnung, ob und wo es in COLDITZ eine ehrenamtliche Initiative PRO Geflüchtete gibt – oder wohin ich mich in dieser Frage wenden kann ? Hier in Bayreuth gibt es „Bunt statt Braun“ … mit einer großen Mitgliederzahl und einem noch größeren Sympathiesantenkreis, aber in Colditz find ich im Moment nur Hassparolen. Schade, sehr schade, bei jungen Menschen mit Motivation und dem Willen, zu lernen, zu arbeiten, eine Zukunft aufzubauen, sich für Gemeinschaft zu engagieren und sich in die deutsche Demokratie zu integrieren … so hab ich die Geflüchteten kennengelernt. Eine riesige Chance für unser überaltertes und konsumgesättigtes Deutschland. Selbst ein 16 jähriger Afghane, Analphabet (in seiner Heimat sind alle Schulen durch die jahrelangen Kriege zertört) hat völlig irritiert geschaut, als er gefragt wurde, was er denn hier wolle … natürlich deutsch lernen und arbeiten … wie denn jemand so etwas Selbstverständliches überhaupt fragen könne …
    Zurück zu Colditz, gibts da jemand, den man hinsichtlich vernünftigen Saxn fragen kann, oder kennst Du solche ?
    Liebe Grüße aus dem fernen Oberfranken,
    Deine Urs

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.