Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in der Sächsischen Schweiz ist zweifelsohne der Kuhstall. Das berühmte und auch größte Felsentor in der Sächsischen Schweiz ist Publikumsmagnet zu beinahe jeder Jahreszeit. Kein Wunder. Steht man davor, mag man kaum glauben, was die Natur hier geschaffen hat. Doch es gibt noch einiges mehr hier zu erkunden.

1.) Der faszinierende Kuhstall

Der Kuhstall auf dem Neuen Wildenstein
Der Kuhstall auf dem Neuen Wildenstein

Nur das Prebischtor in der Böhmischen Schweiz ist größer als das Felsentor hier auf dem Neuen Wildenstein. Das Felsentor ist auf natürliche Weise entstanden und liegt auf einer tonhaltigen Zwischenschicht. Tektonische Bewegungen der ca. 900 m entfernten Lausitzer Verwerfung sorgten in der Kreidezeit dafür, dass die älteren Granite über die jüngeren Sandsteine geschoben wurden und sich dieses Tor bildete. Geht man durch das Tor hindurch steht man wie auf einem kleinen Balkon und schaut sich von hier die Wald- und Felsenlandschaft der hinteren Sächsichen Schweiz an. Ein wahrhaft schöner Ausblick. Seinen Namen hat das Tor im Übrigen aus Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs erhalten, als die Bevölkerung ihr Vieh hier vor den Soldaten versteckten.

2.) Die steile Himmelsleiter am Kuhstall

Himmelsleiter auf dem Neuen Wildenstein
Himmelsleiter auf dem Neuen Wildenstein

Linkerhand unter dem Felsentor ist der Weg zur Himmelsleiter ausgeschildert. Diese sollte man unbedingt besteigen, wenn man nicht unter Klaustrophopie leidet. Der Einstieg in die Felsspalte ist schon ein leichter Härtetest, schubbern doch breite Rücksäcke hier schon an der Wand entlang. Es könnte also für den ein oder anderen eng werden. Die Himmelsleiter führt hinauf auf das Felsplateau des Wildenstein. Zu Beginn des Einstiegs meint man aber wirklich, dass die Leiter in den Himmel führt. Ein schmaler, enger Weg mit Metallstufen in zum Teil schwindelerregenden Höhen führt bis in den Himmel. Das einzige, was man aus dem schmalen Spalt am Ende des Aufstiegs sieht.

3.) Die karge Burgruine Wildenstein

Auf dem Neuen Wildenstein
Auf dem Neuen Wildenstein

Am Ende der Himmelsleiter angekommen, befindet man sich jedoch nicht im Himmel, sondern auf einem großen Felsplateau. Hier oben befand sich im 15. Jahrhundert die Burg Wildenstein von der heute nur noch Balkenlager, Mauerreste, Stufen und Felszeichnungen vorhanden sind. Von der Dimension der ehemaligen Burganlage kann man sich folglich nur eingeschränkt ein Bild machen. Von der strategisch günstigen Lage und der Weitsicht in alle vier Himmelsrichtungen jedoch umso mehr. Im Norden erblickt man in der Ferne die Dörfer Lichtenhain und Mittelndorf, im Osten auf die Lorenzsteine und im Süden und Südwesten die Schrammsteine und Affensteine mit dem Kleinen Winterberg und dem Frienstein. Das Felsplateau verlassen kann man nur über den Westzugang. Die Himmelsleiter ist eine Einbahnstraße. Doch auch dieser Abstieg über eine kleine Felsstufenbrücke hat

4.) Das überraschende Schneiderloch

Blick vom Schneiderloch auf dem Neuen Wildenstein
Blick vom Schneiderloch auf dem Neuen Wildenstein

Die Entdeckung des Schneiderlochs rief bei mir ein Aha-Erlebnis hervor. Nichtsahnend folgt man der Ausschilderung und freut sich das ausgeschilderte Schneiderloch zu bestaunen. Der Weg dorthin führt über allerlei große Steine und ist etwas holprig. Am Ende des Geländers geht der Weg dann rechts in den Fels hinein. Wer meint, das ist bereits das Schneiderloch, der sollte hier seine Blicke nach oben werfen. Den gut 3 Meter über dem EIngang befindet sich ein Felsenloch mit befestigtem Geländer. Der Entdeckungsdrang ist gestillt und flugs geht es hinein in den Felsen und eine Ministiege hinauf auf den Balkon. Die Aussicht hier ist etwas ganz besonderes, befindet man sich doch recht isoliert von den ganzen Touristenströmen und kann hier etwas Ruhe genießen, bis weitere Wandersleute der Ausschilderung folgen.

5.) Eine kurze Umrundung nahe der Wildensteinwand

Auf dem Neuen Wildenstein
Auf dem Neuen Wildenstein

Wer das Schneiderloch besucht, der kann auf dem Hinweg rechts oder dem Rückweg links abbiegen und sich durch das kleine Felsloch hindurchquetschen. Belohnt wird man mit einer ebenfalls wunderschönen Aussicht, wenigen Touristen, einer kleinen Höhle und zahlreichen großen Felsen, die für ein wenig Klettereinlagen sorgen. Einen Ausblick auf den Abgang vom Felsplateau kann man von hier aus ebenfalls genießen.

6.) Estd. 1824 – Das Gasthaus am Kuhstall

Gasthaus Kuhstall
Gasthaus Kuhstall

Schon im frühen 19. Jahrhundert war der Kuhstall einer der Hauptattraktionen der Sächsischen Schweiz und eine beliebte Station auf dem Malerweg. Und schon damals wurde man hier bewirtet. Die Touristenströme namen dann 1898 mit der Eröffnung der Kirnitzschtalbahn und der damit noch einfacheren Erreichbarkeit weiter zu. Und diese Begeisterung für das Felsentor und die Burgruine hält bis heute an. Kein Wunder, ist man doch innerhalb von ca. 50 Minuten vom Parkplatz am Lichtenhainer Wasserfall (gleichzeitig Endstation der Kirnitzschtalbahn) auf dem Kuhstall angekommen.

7.) Der Südaufgang über den Fremdenweg

Hinauf zum Kuhstall auf dem Neuen Wildenstein
Hinauf zum Kuhstall auf dem Neuen Wildenstein

Wer etwas mehr Zeit mitbringt oder gar auf einer längeren Wanderung durch die Sächsische Schweiz den Kuhstall besucht, der sollte hierfür den Südaufgang am Fremdenweg wählen. Dieser ist um einiges spannender und auch ein wenig anstrengender. Zahlreiche Stufen und eine Metallleiter führen zwischen Felsen hinauf auf den Kuhstall und machen den Besuch des Neuen Wildenstein gleich zu Beginn zu einem kleinen Erlebnis. Oben angekommen wird man dann förmlich vom Kuhstall überrumpelt, der sich unmittelbar links neben dem Aufstieg befindet.

Fazit – Ein lohnenswerter Besuch mit zahlreichen Erkundungen

Für den Kuhstall kann man mit Besuch der Gaststätte – auf die man sich nach einer Wanderung umso mehr freut – gut und gerne eine Stunde einplanen. Die Aussichten sind fantastisch und in alle Himmelsrichtungen möglich. Die kleinen Highlights wie das Schneiderloch, der Südaufstieg und die Himmelsleiter werten den so schon schönen Kuhstall und die Burgruine Wildenstein weiter auf. Meiden sollte man den Kuhstall allerdings bei schönem Wetter in den Sommermonaten. Dann ist dieses beliebte Ausflugsziel – zurecht – stark frequentiert.

 

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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