Bisher habe ich Chemnitz immer nur als langweilige Industriestadt gesehen. Doch neulich hatte ich etwas Zeit und hab mir Sachsens drittgrößte Stadt genauer angesehen und meine 10 Sehenswürdigkeiten entdeckt.

Schlosschemnitz mit Schlossteich

Schlosskirche Chemnitz
Schlosskirche Chemnitz

Schlosschemnitz ist nicht wie der Name vermuten lässt das Schloss in Chemnitz sondern ein Stadtteil. Hier wurde das Benediktinerkloster 1143 erstmals erwähnt. Von hier ausgehend wurde auch die Stadt Ende des 12. Jahrhunderts gegründet. Im Laufe der Zeit wurde das Kloster zwar in ein Schloss umgewandelt, allerdings ist heute davon nicht mehr viel zu sehen. Erhalten geblieben sind aber die Schlosskirche, der Schlossteich, der zum Gondeln einlädt und das Schlossbergmuseum sowie das Lapidarium mit beeindruckenden römisch anmutenden Säulenresten vergangener Jahrhunderte. Im Biergarten Miramar kannst du einen herrlichen Blick auf die Stadt genießen.

Parkeisenbahn im Küchwald

Parkeisenbahn im Küchwald Chemnitz
Parkeisenbahn im Küchwald Chemnitz

Als eine von wenigen sächsischen Städten hat Chemnitz noch eine Pioniereisenbahn, bei der Kinder und Jugendliche noch Dienst führen können und ihren großen Berufswunsch Lokomotivführer näher kommen können. Hier oben im Küchwald nahe dem Schloss Chemnitz solltest du die Gelegenheit für eine kleine Auszeit nutzen und dich durch den Küchwaldpark von einer kleinen Bahn fahren lassen. Ein Spaß, der nicht nur für die kleinen ist, sondern auch Erwachsenen Spaß macht.

Der Steinerne Wald im „Das Tietz“ – Kulturkaufhaus

Steinerner Wald
Steinerner Wald

Richtig beeindruckt wirst du vom Kulturkaufhaus „Das Tietz“ sein. Nicht etwa, weil du dort so schön shoppen kannst, nein hier verbirgt sich hinter den Mauern in der Empfangshalle eine Besonderheit. Steinerne Wälder ragen hier steil in die Höhe und bilden ein Zeugnis aus Zeiten des Perm. Vor Sage und Schreibe ca. 291 Millionen Jahren brach der Zeisigwald-Vulkan aus und verschüttete und konservierte die Umgebung. Seit 300 Jahren fand man immer mal wieder versteinerte Bäume. Die besterhaltensten Exemplare sind im Kulturkaufhaus DAStietz ausgestellt. Das hier befindliche Naturkundemuseum ist ebenfalls einen Besuch wert.

Burg Rabenstein und Umgebung

Burg Rabenstein
Burg Rabenstein

Sachsens kleinste Burg thront recht ansehnlich auf einem kleinen Fels und lässt sich besichtigen. Recht ansehnlich postiert auf einem Fels steht sie in der Nähe des Hotel Schloss Rabenstein. Ein Ausflug zur Burg Rabenstein ist in Kombination mit einem Besuch des Stausees und Kletterwalds eine lohnende Freizeitaktivität im Grünen.

Wasserschloss Klaffenbach

Genauso lohnt es dem Wasserschloss Klaffenbach einen Besuch abzustatten. Von einem Wassergraben umgeben steht das Wasserschloss Klaffenbach im gleichnamigen Chemnitzer Stadtteil. Es ist ein nahezu einzigartiges Beispiel eines Wasserschlosses der Renaissance dar in Sachsen. Und wunderhübsch anzusehen ist es obendrein. Die geschwungenen Giebel des viergeschossigen Schlosses und das kielbogenförmige Dach machen das Wasserschloss genauso einzigartig, wie seine quadratische Grundform. Auf den Weg zu den Greifensteinen oder nach Annaberg-Buchholz kommst du hier vorbei und solltest einen kleinen Abstecher hierher unternehmen.

Zeisigwald

Ein kleines Naherholungsparadies ist der Zeisigwald im Osten der Stadt. Er ist Teil des ehemaligen Erzgebirgswald Miriquidi und Chemnitz‘ größtes zusammenhängendes Waldgebiet. Hier findest du genügend Erholung und Ruhe. Zahlreiche Gedenksteine sind m Wald zu finden. Reste eines Steinbruchs findest du ebenso wie die ehemaligen Transportwege mit ihren Teufelsbrücken. Zudem kannst du zahlreiche Teiche wie den Bruchteich, Blaubornteich und Engelmannteich ansteuern und die Blicke auf ihn genießen. Vom Beutenberg (an dem es früher einen Aussichtsturm gab) und vom Fuchsberg kannst du zudem den Blick auf die Stadt genießen. Besonders sehenswert hier ist zudem die Zeisigwaldschänke auf „Altes Hexenhaus“ genannt.

Industriemuseum in Chemnitz

Eine umfangreiche Sammlung aus der sächsischen Industriegeschichte findest du hier im Industriemuseum in einer ehemaligen Werkhalle des Maschinenbaus. Wenn du dich fürMaschinenbau, Fahrzeugbau sächischer Autos wie Wanderer, Horch, Trabant, Flugmotorenbau, das Bahnwesen und die Textilindustrie interessierst, dann bist du hier genau richtig. Seit dem Beginn der Industrialisierung hat sich eine Menge Technik angesammelt, die hier vorgestellt wird. Highlight ist zweifelsfrei eine funktionsfähige Dampfmaschine aus dem Jahr 1896. Also weit vor unser aller Zeit.

Filmnächte am Theaterplatz

Nicht nur Dresden hat des Sommers sein Open Air Kino. Nein, auch in Chemnitz kannst du vor beeindruckender Kulisse der Oper, den Kunstsammlungen Chemnitz und der St. Petrikirche Filme ansehen und zahlreichen Konzerten beiwohnen.

Stadthalle Chemnitz mit Hotel

Stadthalle Chemnitz
Stadthalle Chemnitz

Die Stadthalle in Chemnitz bietet erstklassige Konzerte in einem mittlerweile fast einmaligen Ambiente. Der Komplex der 1974 eröffnet wurde und mit seiner Porphyrverkleidung charakteristisch sozialistischen Bauweise ist er eines von nur noch wenigen Festspielhäusern der damaligen Zeit. Vor der Stadthalle findest du ein paar Statuen und Kunstwerke aus den Siebziger Jahren. Direkt an die Stadthalle angebaut ist das Mercure-Hotel, eines der dominantesten Gebäude der Stadt. Wenige Meter weiter sind zwei weitere echte Chemnitzer Originale anzutreffen.

„Dor Nischel“

Dor Nischel in Chemnitz
Dor Nischel in Chemnitz

Was wäre Chemnitz ohne seinen Nischel seines ehemaligen sozialistischen Namengebers. Etwas grimmig schaut er drein. 1971 erbaut präsentiert sich der Nischel des Karl Marx als überdimensionales Monument vor einer riesigen Wandtafel mit dem Satz aus dem Kommunistischen Manifest „Proletarier aller Länder vereinigt Euch!“. Du solltest dem Nischel einen Besuch abstatten, wenn du schon mal in der Innenstadt bist.

Der Rote Turm

Roter Turm in Chemnitz
Roter Turm in Chemnitz

Der Rote Turm unweit der Stadthalle ist das wohl auffälligste Denkmal im Zentrum von Chemnitz. Und wahrscheinlich auch das älteste Gebäude der Stadt. Auf das 12./13. Jahrhundert lassen sich die Fundamente des Turms zurückverfolgen. Damit ist er älter als die Stadt Chemnitz selbst. Der Turm diente lange Zeit als Stadtfronfeste wurde im zweiten Weltkrieg zerstört, 1957/58  wiederaufgebaut und als Museum eingerichtet. Heute will er inmitten von Einkaufszentren, Stadthalle, Parkanlage und Plattenbauten nicht so recht ins moderne Stadtbild passen. Aber gerade deshalb ist er als einer der wenigen alten Gebäude in Chemnitz so sehenswert.

Fazit – Chemnitz ist überraschend anders

Ich war von Chemnitz viele Jahre lang nicht so recht begeistert. Immer nur dachte ich an Einkaufszentren, Ladenpassagen, den Nischel und ziemlich viel sozialistischen Flair. Doch wenn du die Augen aufmachst und den Blick weg vom Zentrum in die vielen kleinen besonderen Winkel lenkst, wirst auch du mehr und mehr von Chemnitz begeistert sein. Ich habe Chemnitz lange unterschätzt. Zeit, das zu ändern und öfters mal wieder zu kommen und neue Dinge zu entdecken.

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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