Firmenweihnachtsfeier anno 1616 – Die Mettenschicht bei den Bergleuten

Darüber schreibe ich

Kurz vor Weihnachten etablierte sich im Erzgebirge der bergmännische Brauch der Mettenschicht. In manchen Bergwerken kann eine solche Mettenschicht heute miterlebt werden.

Seit etwa 400 Jahren gibt es Mettenschichten bei den Bergleuten. Wobei die Entstehung nicht ganz gesichert ist. Offiziell war eine Mettenschicht nicht offiziell erlaubt, sondern nur vom Steiger, dem damals Bergaufsichtigen, gedultet. Denn die letzte Schicht vor Weihnachten wurde nicht voll gearbeitet, aber voll entlohnt. Sie tauchte in keinen Büchern auf und nur Eingeweihte wussten von ihr.

Abgelaufen ist eine Mettenschicht wie folgt. Der Steiger beendet die Schicht vorzeitig mit einem Klopfzeichen. Die Bergleute beendeten ihre Schicht und lauschten einer Art Predigt des Steigers. Anschließend sangen die Bergleute Lieder, beteten zu Gott und dankten für den Bergsegen. Jahre später entwickelte sich diese zu einer im Huthaus gefeierten Tradition.
Im Anschluss nahmen die Bergleute ein einfaches, typisches Essen zu sich, das meist aus Bratwurst mit Kartoffelbrei und Sauerkraut sowie einem Kräuterschnaps und einem gaahlen Gelecht (einer Zigarre) bestand.

Mettenschicht heute

Heute kann jeder einer solchen Mettenschicht beiwohnen. Zahlreiche Bergwerke veranstalten eine solche Mettenschicht noch heute als traditionelle Veranstaltung. Neben dem Singen unter uralten hölzernen Schwibbogen und dem Vortragen zahlreicher Bergmannsbräuche, erlebt der Besucher einen traditionellen Festschmaus. Teilweise werden traditionelle Theaterstücke oder Konzerte aufgeführt, sodass eine solche Mettenschicht gut und gerne 2 Stunden dauern kann.

Führungen durch das entsprechende Bergwerk sind ebenso möglich. Eine umfangreiche Übersicht von Mettenschichten findet sich hier wieder.

 

Bildnachweis: Huthaus Seiffen © gravitat-OFF, Bestimmte Rechte vorbehalten

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Matthias
Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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