Nahe Schloss Pillnitz existiert ein kleines Tal, das mit seinen zahlreichen Brücken eines der beliebtesten Täler in Dresden ist.

Der Friedrichsgrund in Dresden

Im Friedrichsgrund
Im Friedrichsgrund

Der Friedrichsgrund mit seinem sich dahinschlängelnden Friedrichsgrundbach ist ist schnell durchwandert. Auf gerade einmal 1.5 Kilometer Länge durchfließt der Friedrichsgrundbach hier das Tal. Ähnlich wie das Seifersdorfer Tal im Norden Dresdens wurde der Friedrichsgrund ebenfalls in den 1780er Jahren angelegt und verschönert. Namenspatron für das Kerbtal war Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen, der hier insgesamt 10 Brücken und einige Staffagen anlegen lies. Vom Pillnitzer Stadtteil führt das Tal in bis zu 80m Tiefe bis zur Meixmühle. Bevor wir das Tal von dort durchliefen, wählten wir allerdings einen leicht anderen Weg.

Von Pillnitz zur Meixmühle

Künstliche Ruine auf dem Schlossberg Pillnitz
Künstliche Ruine auf dem Schlossberg Pillnitz

Unser Spaziergang startete am Parkplatz am Rathaus in Pillnitz und führte uns von dort ersteinmal steil hinauf zum Schlossberg Pillnitz entlang der Wünschendorfer Straße und von dort hinein in den Wald. Der nach oben schlängelnde Serpentinenweg führt uns zum ersten Highlight. Eine künstliche Ruine, die um 1780 erbaut wurde, befindet sich hier am Standort einer mittelalterlichen Wehranlage. Diese wurde eventuell in den Bau der neogotischen Ruine einbezogen. Früher diente diese dem naturliebenden Kurfürsten und seinem Gefolge als beliebtes Wanderziel. In einer eigens eingebauten Küche konnten Speisen und Getränke zubereitet werden. Heute ist dies nach meiner Überzeugung nicht mehr möglich. Ich konnte keine Küche finden. Dennoch erfreut sich die Ruine auch heute noch als sehr beliebtes Wanderziel. Wir halten jedoch nur kurz inne und gehen weiter in Richtung Meixmühle. Der Weg führt nun auf oberhalb des Friedrichsgrunds auf dem Kanalweg entlang. An der Meixmühle treffen wir auf den Friedrichsgrundweg.

Von der Meixmühle zum Borsberg und zurück

Der "Ampelweg" nahe der Meixmühle
Der „Ampelweg“ nahe der Meixmühle

Mit der Absicht hier später einzukehren überqueren wir das Gelände der Meixmühle recht zügig und gehen am „Ampelweg“ in Richtung Borsberg. Warum ich den Weg Ampelweg taufte, erfahrt ihr im Bild rechts. Der Weg führt nun weiter entlang des Friedrichsgrundbachs vorbei an Wiesen. Wir gehen an der Weggabelung zur Reitzendorfer Mühle und dort vorbei an Pferdegoppeln und sanft geschwungenen Hängen in Richtung Borsberg. Der Blick über das Hügelland hier ist fantastisch. Besonders im Frühling, wenn die Obstbäume blühen ist der Spaziegang lohnend.

Durch den kleinen Dresdner Stadtteil Borsberg mit seinem dörflichen Charakter führt uns der Weg über den Hörnchenweg den Jagdweg entlang. Die Höhenmeter fließen dahin und der Aufstieg zum Borsberg wird von Schritt zu Schritt höher. Den Tiefen Grund und den Borsbertrail lassen wir rechterhand liegen und steigen gleich den Borsberg hinauf.

Der Borsberg – eines der beliebtesten Ausflugsziele der Stadt

Auf den Borsberg
Auf den Borsberg

Den leicht atemraubenden Aufstieg zum Borsberg auf 361m haben wir recht schnell absolviert. Hier oben gibt es dann allerhand zu sehen. Am Gipfel befinden sich eine aus Sandstein bestehende historische Vermessungssäule  der Königlich-Sächsischen Triangulation von 1865, die Ruine der Eremitage aus dem 18. Jahrhundert und ein ehemaliger Berggasthof, der aktuell privat genutzt wird.

Triangulationssäule auf dem Borsberg
Triangulationssäule auf dem Borsberg

Die künstlich angelegte Ruine muss vor vielen Jahren eine fantastische Rundumsicht geboten haben, ist der Borsberg doch einer der höchsten Berge Dresdens. Heute ist er gänzlich zugewachsen. Würde man das Vermessungssystem der Königlich-Sächsischen Triangulation heute nutzen, hätte man sicherlich Probleme die Säule von einen der drei anderen Vermessungspunkte, die damals von hier zu sehen waren, zu finden.

Bis 2001 befind sich hier zudem ein Aussichtsgerüst, das damals abgerissen wurde und damit auch zur Sperrung der gesamten Kunstruine aufgrund von Einsturzgefahr führte.

Die Meixmühle im Friedrichsgrund

Meixmühle im Friedrichsgrund
Meixmühle im Friedrichsgrund

Der Weg zurück zur Meixmühle ist in wenigen Minuten gelaufen. Nach den gewonnenen und zeronnenen Höhenmeter wartet hier nun eine kurze Eis- und Bierbelohnung auf uns. Schon 1403 wurde diese übrigens schon erstmals urkundlich erwähnt. Ihren Namen erhielt sie einer Sage nach. Ganz in der Nähe hauste der Drache Meix, der von einem tapferen Müllerburschen getötet wurde und der nun nicht mehr alljährlich eine Bauernmagd als Opfer verlangen konnte.

Drachenburg an der Meixmühle im Friedrichsgrund
Drachenburg an der Meixmühle im Friedrichsgrund

Seine Bedeutung als wichtiges und beliebtes Ausflugsziel erhielt die Meixmühle dann mit dem beginnenden Tourismus in der Region im 19. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert diente sie dann als Herberge und Kinderferienlager bevor sie Anfang der 1990er Jahre wieder als Gaststätte eröffnete.

Auf dem Gelände der Meixmühle befindet sich seit 1903 die Drachenburg, die an den Drachen und dessen Besiegung erinnert und sicherlich viele Kinder zu Abenteurern hat werden lassen.

Durch den Friedrichsgrund zurück nach Pillnitz

Im Friedrichsgrund
Im Friedrichsgrund

Nach der kurzen Stärkung führt uns dann der Weg entlang des Friedrichsgrundbachs zurück nach Pillnitz. Immer wieder überqueren wir pitoreske Steinbrücken, die sich hier in die Landschaft perfekt einfügen. Bob Ross hätte seine Freude, hier eines seiner romantisch verklärten Bilder zu malen. Immer wieder bieten Bänke Wanderern und Spaziergängern Rast. Zahlreiche Staffagen, darunter ein Irmunsul-Replika säumen den Weg.

 

 

Für einen kleinen Sonntagsspaziergang über 7km Länge ist der Friedrichsgrund mit dem Abstecher Borsberg wie gemacht und kann vielfach verlängert werden. Als Geheimtipp für den rechtselbischen Dresdner Osten habe ich den Friedrichsgrund erst kürzlich hier vorgestellt.

 

Matthias
Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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