Einer der bedeutendsten Bergbaubräuche sind Bergparaden. Zur Adventszeit präsentieren sich zahlreiche Bergleute in historischem Gewand verschiedener Bergwerke.Dabei ist die Tradition in Sachsen fest verwurzelt. In keinem anderen Bundesland gibt es zahlreichere und größere Paraden der Erzgebirgsbergleute. An jedem Adventswochenende ziehen die Bergmänner durch die Orte, bevor sie dann am vierten Adventswochenende zur größten Bergparade (fast) alle zusammenkommen.

Dabei marschieren die Teilnehmer heute in Uniformen durch die Städte. Die heutige Bergmannstracht der sächsischen Berg- und Hüttenleute hat ihren Ursprung in der Einführung der Rangklassen, der Revierfarben und anderer Vorschriften ab 1768. Die Bergparaden auch Bergaufzüge genannt sind jedoch älter.

1494 wurde den Bergleuten ihr damaliger Wochenlohn gekürzt. Dies führte zu einer Art Streik und dem Aufzug der Bergleute die dagegen demonstrierten. Heute wird weniger demonstriert, sondern mehr präsentiert. Goldknopfreihen, Spitzenkragen, Goldborten und Goldknöpfe zieren die historischen Uniformen. Der Hut der Bergmannsleute ist mit Eichenlaub eingefasstem Schlegel und Eisen verziert. Hauer schultern Äxte und Steigerhäkel, Schmiede schultern schwere Schmiedehammer, zudem tragen einige Bergleute Instrumente mit sich und spielen Bergmannslieder.

Hoch zu Roß kommt auch die ein oder andere Bergwerksparade daher. Fehlen dürfen auch nicht die Frauen der Bergmänner in traditioneller Kleidung. Vorschriftsmäßig dürfen diese in ihrer Anzahl nicht größer sein, als die Bergleute in der Parade. Auch gelten weitere strenge Ordnungen in der Parade. Dies führt aber dazu, dass der Umzug immer höchst authentisch daher kommt.

Bergparaden im Advent

An den Adventswochenenden finden regelmäßig Bergparaden statt, die zum Teil große Besuchermassen anziehen. Zeitiges Kommen ist daher ratsam. Damit sich kein Bergmannszug mit anderen in die Quere kommt, finden die Züge jährlich am gleichen Tag in der gleichen Stadt statt.

  1. Advent
    • Chemnitz, Seiffen und Zwönitz am Samstag vor dem 1. Advent
    • Thum und Aue am 1. Advent
  2. Advent
    • Freiberg am Samstag vor dem 2. Advent mit„Mettenschicht“
    • Brand-Erbisdorf und Schneeberg am 2. Advent
  3. Advent
    • Seiffen, Stollberg, Zwickau, Schwarzenberg, Lößnitz und Marienberg am Samstag vor dem 3. Advent
  4. Advent
    • Dresden am Samstag vor dem 4. Advent (2016 findet keine Parade aufgrund der Arbeiten am Kulturpalast statt)
    • Geyer am 4. Advent
    • Annaberg-Buchholz am 4. Advent, die größte Bergparade in Deutschland

Ein Highlight, dass man sich zur Weihnachtszeit nicht entgehen lassen sollte. Zusammen mit einem Besuch der örtlichen Weihnachtsmärkte ist dies ein lohnenswerter Ausflug in eine der weihnachtlichen Bergbaustädte Sachsens.

 

 

Matthias

Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

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