Felssporn mit Burgruine und Rathaus

Rechenberg-Bienenmühle – Mehr als nur Bier.

Zugegebenermaßen kannte ich bis 2013 den Ort Rechenberg-Bienenmühle nicht wirklich. Bis ich anno dazumal ein Bier trank, dass so schmackhaft ist, dass ich mehr über dessen Herkunft erfahren musste.

Und siehe da. Es gibt tatsächlich einiges zu erfahren. Nicht nur übers Bier. Denn das wird später mal ein eigenes Kapitel. Zuerst einmal stelle ich Dir die kleine erzgebirgische Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle vor.

Rechenberg-Bienenmühle im Erzgebirge

In Rechenberg-Bienenmühle

In Rechenberg-Bienenmühle

Hier, ganz am südöstlichen Ende des Naturparks Erzgebirge/Vogtland im oberen Tal der Freiberger Mulde liegt in Grenznähe zu Tschechien die Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle mit ihren beiden Ortsteilen Clausnitz und Holzhau. Bis ins 12. Jahrhundert geht die Geschichte der Ortschaft zurück. Handelsrouten ins Böhmische bis nach Ossegg führten in Rechenberg vorbei und machten Rechenberg mit seinem Marktplatz und der Wehranlage zu einem beliebten Treffpunkt für Händler. Die Flößerei entlang der Mulde führte zu einem weiteren Aufstieg der Gemeinde in den folgenden Jahrhunderten. Und auch das Bier trug sein Übriges zur Bekanntheit des osterzgebirgischen Ortes bei.

Großbrände, Umweltkatastrophen und regelmäßige Überfälle und Plünderungen warfen die Entwicklungen des Ortes mehrfach zurück. Erst mit dem Bau der Eisenbahnlinie Ende des 19. Jahrhunderts erlebten Rechenberg und Bienenmühle einen größeren wirtschaftlichen Aufschwung. Seit 1993 sind die beiden Gemeinden Rechenberg und Bienenmühle eine Großgemeinde.

Die Rechenberger Ritterburg

Burgruine in Rechenberg-Bienenmühle

Burgruine in Rechenberg-Bienenmühle

Viel übrig geblieben ist nicht mehr von ihr. Die 1200 errichtete Holzburg wurde 50 Jahre später als Steinbau neu gebaut und schaffte es gerade einmal 336 Jahre bis sie 1586 einem Großbrand zum Opfer fiel. Zwar wurde sie in den Folgejahren noch genutzt, verfiel aber zusehends. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts entschied man sich für einen Abbruch der Burg. Die Reste der Burganlage hoch oben auf dem Felssporn sind heute noch zu sehen und ein seit 1969 ein nicht zu betretendes Bodenschutzdenkmal. Imposant thronen die Reste noch heute über der Mulde und über dem Marktplatz mit seinem Rathaus.

Die neogotische Kirche in Rechenberg

Neogotische Kirche in Rechenberg-Bienenmühle

Neogotische Kirche in Rechenberg-Bienenmühle

Sehr auffällig präsentiert sich die Rechenberger Kirche hoch oben am Hang. Von 1899 bis 1901 entstand eine neue Pfarrkirche im neogotischen Baustil, nachdem die Vorgängerbauten zu klein geworden waren. Markant ist an diesem der 45 Meter hohe Kirchturm und die exponierte Lage hoch über dem Ort.

Die Flößerhäuser in Rechenberg

Flößerhaus

Flößerhaus

Beschaulich, klein und mit einem kleinen Gärtchen ausgestattet präsentiert sich der damals typischen Flößerhäuser in Ufernähe zur Mulde. Ein weiteres befindet sich in Seiffen, dass bis in die 70er Jahre hier stand. Die Flößerstube veranschaulicht das einfache und ärmliche Leben der Flößer. Ihren eigentlichen Job des Holzflößens entlang der Mulde konnten sie nur 14 Tage im Jahr ausüben. Dann, wenn das Wasser der Mulde im Frühjahr/Frühsommer hoch genug war, um die Holzstämme flußabwärts zu bewegen. Den Rest des Jahres arbeitete der Flößer im Wald oder verrichtete Handwerksarbeiten. Die Selbstversorger lebten meist unter bescheidenen Verhältnissen.

Das Biermuseum in Rechenberg-Bienenmühle

Im Sächsischen Brauereimuseum Rechenberg-Bienenmühle

Im Sächsischen Brauereimuseum Rechenberg-Bienenmühle

Unweit der Burg und des Markplatzes befindet sich die Brauerei Rechenbergs mit dem Sächsischen Brauereimuseum. Einmalig in Sachsen, wenn nicht sogar in Deutschland präsentiert das Museum in eindrucksvoller Weise die über 450-jährige Geschichte der Brauerei und den gesamten Prozess der traditionellen Bierherstellung. Mittels kompletter und voll funktionsfähiger Brautechnik wird im Sudhaus von 1780 im unterirdischen Gewölbekeller noch heute gebraut. Ein einzigartiges Zeugnis damaliger Braukunst und ein lohnenswertes Ziel nicht nur für Biertrinker.

Und was gibt es noch in Rechenberg-Bienenmühle und Umgebung?

Freiberger Mulde in Rechenberg-Bienenmühle

Freiberger Mulde in Rechenberg-Bienenmühle

Zum einen gibt es da den St.-Michaelis-Stollen in Clausnitz, der auf 400m Länge begehbar ist und einen Blick in die vergangene Bergbaugeschichte wirft. Beim „Häuslebauer“ werde ich bei meinem nächsten Besuch des Ortes vorbeischauen. Er ist der einzige im Erzgebirge, der Fachwerkminiaturen herstellt.

Freizeit rund um Rechenberg-Bienenmühle – Sommer wie Winter

Im Sommer lohnt ein Besuch im Ökobad, dass umgeben von Wäldern und Bergwiesen liegt und sich auf natürliche Weise selbst reinigt. Außerdem lohnend ist das mehr als 130km umfassende Wandernetz und die zahlreichen Radtourmöglichkeiten. Lehrpfade und Kräuterwanderungen runden das Freizeitangebot ab.

Im Winter kommen, Schnee vorrausgesetzt, die Wintersportler voll auf ihre Kosten. 80km Langlaufstrecke, 3 Skilifte, 1 Rodellift und 2 Abfahrtshänge und Schlittenfahrten sorgen für genügend Winterspaß. Und eine Pferdeschlittenfahrt ist dann der romantische Höhepunkt zum Ausklang.

Sehenswertes in der Umgebung

Innerhalb von 30km Entfernung liegen zahlreiche weitere lohnenswerte Ziele. Allen voran das 28km entfernte Freiberg, das Weihnachtsdorf Seiffen in 20 km Entfernung und das dort benachbarte Olbernhau mit seiner Saigerhütte. Neuhausen mit seinem Nussknackermuseum liegt ebenso nah, wie Frauenstein mit seiner Burgruine. Und das Wintersportparadies rund um Altenberg und Zinnwald erreicht man auch binnen einer halben Stunde.

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Über Matthias

Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

2 Kommentare auf “Rechenberg-Bienenmühle – Mehr als nur Bier.

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