Bad Schandau zur Gründerzeit

Museum Bad Schandau – Vom Bergsteigen, der Stadt und einem DDR-Weltreisenden

Wer hätte gedacht, dass es in der DDR Weltreisende gab? Zumindest einen hat es dann doch gegeben. Und von ihm und der Geschichte der Stadt und dem Sächischen Bergsteigen berichtet das Museum Bad Schandau. Ein kleines aber feines Museum im Herz der Sächsischen Schweiz.

Museum Bad Schandau

Museum Bad Schandau

Museum Bad Schandau

Das Museum in Bad Schandau präsentiert drei thematische Schwerpunkte. Zum einen erhält der Besucher einen umfangreichen Einblick in die Stadtgeschichte, erfährt mehr über das Bergsteigen in der Sächsischen Schweiz und bekommt zum anderen einen Überblick über das Leben und Wirken des Weltreisenden Erich Wustmann und seine Erinnerungen aus (fast) allen Teilen der Welt, die er während der DDR-Zeit bereisen und erforschen durfte.

Stadtgeschichte Bad Schandau

Bad Schandau um 1830

Bad Schandau um 1830

Die Stadt- und Heimatgeschichte des Kurorts wird im Museum Bad Schandau umfangreich beleuchtet. Dabei ist die Stadtgeschichte ebenso präsent, wie die Geschichte der Elbschifffahrt und die magischen Reize der Sächsischen Schweiz als Ausflugs- und Urlaubsziel. Touristische Entwicklungen, wie der Personenaufzug in Ostrau, das Kurhaus und die zahlreichen Hotelneubauten werden hier ausgestellt und präsentiert. Die Entwicklung der Stadt von einem Handelsplatz an der Elbe um 1300 bis hin zum Kur- und Urlaubsort wird in mehreren Räumen vorgestellt.

Bergsteigen in der Sächsischen Schweiz

Gipfelfigur "Mönch" im Museum Bad Schandau

Gipfelfigur „Mönch“ im Museum Bad Schandau

Einen weiteren hohen Stellenwert im Museum nimmt das Bergsteigen in der Sächsischen Schweiz ein. Die Besonderheiten des Kletterns im Elbsandstein werden im Erdgeschoss des Museums vorgestellt. Bis auf das Jahr 1850 lässt sich die Geschichte zurückverfolgen. Von Zeiten als künstliche Hilfsmittel wie Leitern und das Schlagen von Stufen noch erlaubt waren, weiß das Museum ebenso zu berichten, wie von der Entwicklung des Bergsteigens ab 1890, als nur noch Ringhaken und Seile als Sicherung erlaubt waren. Zahlreiche Utensilien, wie zum Beispiel der alte Mönch, der von sowjetischen Soldaten als Zielscheibe zweckentfremdet wurde, finden sich im Museum wieder und werden hier in einer weiteren Dauerausstellung ausgestellt.

Über den Forschungsreisenden Erich Wustmann

Wustmann's Reisemitbringsel aus Südamerika

Wustmann’s Reisemitbringsel aus Südamerika

Den im Dresdner Stadtteil Niedersedlitz geborenen Wustmann packte bereits früh eine gewisse Reiselust. Mit 19 Jahren zog es Wustmann bereits nach Skandinavien, wo er erste Bekanntschaften mit den Sami (Lappen) machte. In den 30er Jahren migrierte er nach Norwegen, wurde aber aufgrund des Kriegs emigriert.

Wustmanns "Sturmbraut"

Wustmanns „Sturmbraut“

Er kehrte nach Bad Schandau zurück und hatte das Privileg während der DDR-Zeit zahlreiche Forschungsreisen unternehmen zu dürfen. Seine vielen Reisen führten ihn nach Skandinavien, auf die Färöer, nach Island, nach Indien, Nordafrika und Südamerika. Mit jeder Menge Andenken, Fotos und Impressionen kehrte er von seinen Reisen zurück. Schon auf seinen Reisen begann er zu schreiben und veröffentlichte im Laufe seines Lebens über 60 Bücher. Viele von ihnen wurden in Rekordauflagen verlegt, seine Vorträge füllten große Säle und auch Fernsehserien wie Unter Indianern, Lappen und Beduinen wurden von ihm moderiert.

Sieht ein bisschen aus wie "Wilson" aus Cast Away mit Tom Hanks, oder?

Sieht ein bisschen aus wie „Wilson“ aus Cast Away mit Tom Hanks, oder?

 

Seinen Reisen, seinen Eindrücken vor Ort und Erinnerungsstücken aus seinem Leben, widmet das Museum Bad Schandau dem langjährig hier lebenden Wustmann mehrere Räume in einer Dauerausstellung.  Hält man sich vor Augen, dass das (Welt-)Reisen in der DDR keine Selbstverständlichkeit war, sind die Ausstellungsstücke umso eindrucksvoller. Dies lässt auch verstehen, warum Wustmanns Bücher und Reportagen so erfolgreich waren. Die Sehnsucht nach der Ferne war vielen DDR-Bürgern sicherlich ein Antrieb.

Anreise, Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Preise für doe Sesseltaxe in Bad Schandau

Preise für die Sesseltaxe in Bad Schandau

Das Museum Bad Schandau befindet sich in der Badallee 11 nahe des Kurparks in Bad Schandau. Es hat von Februar bis Dezember dienstags bis sonntags von 14-17 Uhr geöffnet. In den Monaten Mai – Oktober ist am Wochenende schon ab 10 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3€, ermäßigt 2,50€ (Kinder, Schwerbehinderte und mit Gästekarte). Die Familienkarte gibt es für 4€. Parkmöglichkeiten befinden sich in der Badallee und der Kirnitzschtalstraße.

 

 

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Über Matthias

Als gebürtiger Vogtländer, der in Chemnitz zur Berufsschule ging, in Dresden studiert und lebt, ist mir Sachsen ans Herz gewachsen. Meine Begeisterung über die Sehenswürdigkeiten des Freisaats möchte ich gerne mit anderen teilen. Mehr über mich und den Blog erfahrt ihr auf der Über mich-Seite

1 Kommentar auf “Museum Bad Schandau – Vom Bergsteigen, der Stadt und einem DDR-Weltreisenden

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